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Saisonauftakt in Bochum – Nachbericht Zweite

September, 2022 · By Jasper Langner

Unsere neuformierte Zweite wollte besser in die Saison starten als letztes Jahr… Nun, kein besonders gewagtes Ziel, da wir uns in der letzten Saison bereits nach wenigen Spieltagen im Abyss der Tabelle befanden. Mit dem Neuzugang Jonas wechselte ein Berrenrather Idol an die Weyerstraße, dass ein jugendliches Trio mit mir und Luca an den ersten drei Brettern aus dem Boden stampft. Mit Joachim, Arnd, Christoph, Peter und Mile sind Nuancen in der Reihenfolge erkennbar, der Kern der Mannschaft wurde zusammengehalten. 4 Minuten vor Partienbeginn standen wir zu viert vor dem Bochumer Vereinsheim und hielten vergeblich Ausschau nach Christoph, Mile und Joachim. Kurz zuvor nahmen wir einen Anruf entgegen. Sie hatten sich in der Bochumer Innenstadt verfahren… Große Erleichterung entstand, als Peter 10 Minuten nach Startschuss auf einmal wild gestikulierte. Es handelte sich jedoch nicht um ein Remisangebot in bereits besserer Stellung, sondern um ein Handzeichen für Christoph und Co., die endlich an ihre Bretter fanden.

 

Der nervenaufreibende Start wurde zunächst nicht viel weniger unglücklich. Joachim musste als erster die Segel streichen. In seiner geliebten Modernen Verteidigung zog der Gegner alle Bauern vor d-c-g & f. Joachim opferte in wilder Stellung eine Figur für zwei Bauern, die Kompensation war da. Doch sein Gegner stabilisierte sich und landete einen schwerwiegenden Gegenangriff zum 0-1. Auch ich wurde durch eine eher seltene Variante im Dameninder überrascht. Die Überraschung glückte. Weder Vorteil konnte ich holen und am kritischen Punkt patzte ich schwer, statt deutlichen Vorteil mit einer nicht wirklich schwierigen Taktik zu bekommen. 0-2. Dafür sah es an den anderen Brettern besser aus. Sowohl Mile, als auch Luca, Peter und Arnd setzten ihre Gegner schon in der Eröffnung unter Druck. Während sich das Blatt bei Mile zunächst wandte, bauten Peter und Arnd ihren Vorteil aus. Bei Luca verteidigte der Gegner zäh, der Vorteil war nicht eindeutig. Jonas behandelte die Eröffnung etwas ungenau und fand sich in schwieriger Stellung gegen das Läuferpaar wieder. Dann ging es Schlag auf Schlag. Peters Stellung wurde überwältigend, eine Benoni-Struktur ohne jegliches Gegenspiel für Schwarz und als Peters Freibauern auf c6-d6 und e6 eine Speerspitze formierten, befinden wir uns nicht in der Schachart Horde, sondern im Mannschaftskampf zum 1-2. Miles Gegner übersah urplötzlich eine teuflische Läufer-Dame Batterie zum Matt. 2-2. Während Luca keine nennenswerten Fortschritte erreichte, landeten Arnd und Christoph gewaltige Fortschritte. Christophs Königsinder führte zu einem sehr angenehmen Schwerfigurenendspiel für Schwarz, aus dem bald 3 Mehrbauern hervorgingen. Arnds Vorteil war noch überwältigender, denn sein Läufer dominierte den Springer und sein Mehr-Freibauer war viel zu stark. Luca konnte damit in das Remis einwilligen, besonders als er sah, dass Jonas mit einem eleganten Springermanöver jeglichen Druck aus der gegnerischen Stellung herausnehmen konnte. Das Turmendspiel mit gleicher Bauernanzahl zu halten war nur noch Formsache. 4-3! Christoph bot seinem Gegner in Gewinnstellung ein Remis, dass er nicht ausschlagen konnte und sicherte uns damit einen wichtigen ersten Saisonsieg zum Auftakt!

 

Schon jetzt sind wir damit besser in die Saison gestartet als letztes Jahr nach 3 Spielen.

Matchday

September, 2022 · By Jasper Langner

 

Feiern unter weiß-blauem Himmel – Sommerfest Nachbericht

August, 2022 · By Jasper Langner

 

Noch in der Bahn auf dem Weg zurück von der Gamescom rief Peter G. mich an, dass er seinen Bollerwagen mitten auf dem inneren Grüngürtel geparkt hatte. Das größte außersportliche Event des Jahres, das KKS-Sommerfest 2022, sollte in 45 Minuten beginnen.

In den Wochen zuvor wurde fleißig auf die Werbetrommel geschlagen und unglaubliche Unterstützungs- und Mitorganisationskräfte gebündelt. Selbstgemachter Salat (Couscous, Feta), Grillwürstchen, Rippchen, Grillkäse, Bier (alkoholisch und nicht-alkoholisch), Rotwein, Softdrinks und Wasser. Die Sorge, dass wir durch die tatkräftige Unterstützung am Ende zu viel übrig hatten, löste sich schon schnell in Luft auf. Natürlich hat auch die Musik nicht gefehlt und das Wetter spielte mit.

Der Andrang war groß. So groß, dass wir im Laufe des Abends gleich drei Mal Kurzexkursionen zum Lokal-Rewe unternahmen, hauptsächlich für Grillwürstchen und Wasser, denn Bier hatten wir mehr als genug (man muss Prioritäten setzen). Sowohl der Innere Grüngürtel als auch der spätsommerliche Termin entpuppte sich als hervorragende Wahl. Dadurch dass uns nahezu die gesamte Wiese zur Verfügung stand, (wobei diese eher die Form von Heu angenommen hatte) wurden erstmal zwei Tore aus Turnbeuteln und Jacken aus dem Hut gezaubert. Und ich kann verraten… nicht nur unsere Jugendlichen haben mitgespielt. Im Laufe des Nachmittags versammelten sich zahlreiche Mitglieder. Unter anderem auch langjährige Mitglieder die schon länger nicht mehr den Weg zum Vereinsheim fanden. Auch Mitglieder vom befreundeten Verein SV Grünfeld statteten einen Besuch ab.

Schätzungsweise kamen wir im Laufe des abends auf über 50 Personen. Kein Wunder also, dass uns die Wurst ausging… Das erste außersportliche Großevent und das erste Sommerfest seit über einem Jahrzehnt war ein voller Erfolg. Die beherzte Hilfe und der große Zulauf an diesem Event bestätigen diesen Eindruck… ähnliche Events werden nicht weniger werden. Der Sommer ist bald vorbei, aber die Saison steht erst in den Startlöchern.

„Die Zeit der Party ist vorbei. Jetzt feiere ich jeden Tag als ein Fest (Ruth Lingenfelser)“.

 

 

Herbstturnier 2022 – vorläufige Teilnehmerliste

August, 2022 · By Jasper Langner

Anmeldestand 12.08.2022

 

KKS-Herbstturnier 2022

August, 2022 · By Jasper Langner

KKS-Sommerfest 2022

August, 2022 · By Jasper Langner

Offizielle Anmeldeliste für das KKS-Sommerfest 2022:

Name Begleitung
Arnd Goldenstein nein
Ernst Bayer 1
Luca Klemenz nein
Jasper Langner nein
Moyi Zheng nein
Raoul Strohhäker 1
Joachim Hendrix nein
Jürgen Koch nein
Peter Graf nein
Till Ehrich nein
Boris Maric
Johannes Theisen nein
Max Ufer
Philipp Ye nein
Michael Lucena Friederich 2
Zeno Pfaar nein
Mathias Schneider
Veselin Kozuharov
Jan Karpe nein
Reinhard Bonnmann nein
Ralf Kühlwein nein

ALLE GETRÄNKE UND SNACKS WURDEN VERTEILT. ES WERDEN KEINE ZUSÄTZLICHEN SACHEN MEHR BENÖTIGT. WER NOCH EINE KÜHLBOX, DECKEN ODER EINEN KLAPPTISCH MITBRINGEN KANN, SOLL SICH BEI JASPER MELDEN.

Sommerfest Ende August

August, 2022 · By Jasper Langner

Unser Verein veranstaltet am 27.08. ein Sommerfest am Inneren Grüngürtel. Es wird ein nettes Zusammentreffen werden mit Grillen, Getränken, Snacks und Musik.
Auf dem Grüngürtel besteht die Möglichkeit auf der großen Wiese Tische aufzubauen und Fußball zu spielen. Die zentrale Lage macht den Standort gut erreichbar, in der Nähe des Fernsehturms
ist es auch nicht ganz so überfüllt. Ca. 10 Minuten entfernt ist die Venloer Straße, wo man eine Toilette aufsuchen kann. Der genaue Standort wird noch per Mail bekanntgegeben.

Wir hoffen, dass wir mit dem Sommerfest zahlreiche Mitglieder anlocken können. Bitte gebt dem Turnierleiter Jasper früh genug Bescheid, damit er Euch auf die Liste setzen kann.

Ford Open – Ein etwas später Nachbericht

Juli, 2022 · By Luca Klemenz

Nach einem coronabedingten Ausfall in den letzten beiden Jahren fand dieses Jahr von Ende April bis Anfang Juni endlich wieder das Kölner Kultturnier statt. Der KKS war mit einer großen Delegation dabei. Ich persönlich wollte nach einem katastrophalen Turnier an Ostern in Krefeld wieder an meine Leistungen bei der Vereinsmeisterschaft Anfang des Jahres anknüpfen. Das Teilnehmerfeld war nicht so stark besetzt wie üblich. Favoriten auf den Turniersieg waren die erfahrenen Cordts und Bonnmann, dahinter lungerten einige junge hungrige Spieler wie z.B. Hoffmann oder die „KKS-Achse“ Schwibbert, Langner und Ich.

 

In der 1. Runde bekam ich es gleich mit einer Schachlegende zu tun. Gegen Hans-Ferdinand Stuch (Godesberger SK) durfte ich bereits 2016 spielen, damals gab es eine unglückliche Niederlage. Diesmal konnte ich mich revanchieren und einen ungefährdeten Weißsieg einfahren.

r1bqr1k1/1p1nb1pp/p1p1p3/2PpNp2/3P4/2PBPP1P/P1Q3PB/R3R1K1 w – – 1 17

(17.e4! und Weiß bricht bald am Königsflügel durch.)

 

Die erste Enttäuschung gab es für mich dann schon in Runde 2. Gegen Martin Bigott gerieten meine Zentrumsbauern schon früh unter Druck. Den ersten Schlüsselmoment gab es im 15. Zug:

rnb1k2r/p5pp/1p1q1b2/3p4/3Pp3/1Q2P1P1/PP1N2BP/R1B2RK1 w kq – 0 15

(15.Sxe4? sieht interessant aus, funktioniert aber nicht. Nach …dxe4 Lxe4 Sc6 steht der Schwarze König relativ sicher und Weiß hat nicht genug für die Figur).

Wenig später konnte ich eine Qualität zurückgeben, um zu vereinfachen und stand auf Gewinn.

6k1/R2b2pp/1p3b2/8/1P1P4/4r1P1/1P5P/5RK1 b – – 0 24

(24…Lc6? verdirbt noch nichts, aber 24…Lh3! wäre viel stärker gewesen.  Später wurde der Weiße d-Freibauer zu stark und ich musste ins Remis einwilligen.)

 

Mein nächster Gegner war Eckart Janknecht mit einer respektablen Zahl von 1780 und ein Verfechter von Albins Gegengambit (wie ich in meiner Vorbereitung entdeckte). Die Eröffnung verlief dann unklarer, als es mir recht war und mein Gegner hatte eine gute Möglichkeit.

2kr1b1r/pp3ppp/6n1/1Np1n3/2P3b1/1N2P3/PP1B1PPP/R3KB1R b – – 4 12

(der letzte Zug 11.Ld2? war schon ein Fehler, da Schwarz die Möglichkeit 11…Sh4! hat mit der Idee …Sf3+ und Schwarz steht schon etwas besser. Stattdessen kam 11…a6? Sc3 Sh4 und hier hatte ich die Ressource 13.Sd5!, wonach der Td8 den Ld2 nicht mehr angreift und …Sf3 keine Figur gewinnt. Nach 13.Sd5 steht Weiß total auf Gewinn und ich hatte auch keine Probleme es zu verwerten).

 

Somit war ich nach 3 Runden mit 2,5 Punkten wieder im Soll und traf nun langsam auch auf stärkere Gegner. Allerdings war ich froh über die Auslosung: Gegen KKS-Legende Arnd Goldenstein habe ich bisher einen guten Score. In einem 4.e3-Nimzoinder wich er bereits im 6. Zug ab von seinem üblichem Repertoire und es entstand eine interesaante Stellung mit Weißem Läuferpaar und beiderseitigen Schwächen allerdings begann ich bald, schlecht zu spielen:

r3r1k1/pp1b1pp1/1q3n1p/3p4/1P1P3B/2PB1P2/6PP/R2Q1R1K b – – 1 17

(17…Te3 ?! Ta5! Tae8 ?! und hier kann Weiß ohne Bedenken den Bauern d5 gewinnen mit 19.Lxf6 nebst 20.Txd5.)

Weiß ging an dieser Möglichkeit vorbei und später entstand diese Stellung:

2r3k1/1p1b1pp1/pq3n1p/3p4/1P1P4/2PB1P2/3Q1BPP/2R4K w – – 7 26

(Schwarz steht minimal angenehmer, aber Weiß hat immerhin das Läuferpaar. Hier geschah 26.c4?!, wonach Weiß einen Isolani auf d4 bekommt und mein Springer ein schönes Feld auf d5. In Zeitnot konnte ich dann die gegnerischen Bauernschwächen ausnutzen.)

 

Anschließend wurde ich in Runde 5 mit dem Hammerlos „belohnt“: Turnierfavorit FM Ingo Cordts. Zwar hatte ich in unserem bisher einzigen Duell klar verloren, diesmal wollte ich aber mit Weiß etwas probieren. Früh wurde ich in der Eröffnung überrascht; mit Slawisch habe ich eher nicht gerechnet.

r4rk1/ppqnbpp1/2p1pnp1/8/2BP4/1QN1PPP1/PP1B3P/1K1R3R b – – 0 14

(14…b5! oder 14…a5! Und Schwarz generiert schnell einen Königsangriff. In der Partie folgte 14…e5?, was die Diagonale für den Lc4 öffnet.)

In der resultierenden Stellung bekam ich dann auch deutlichen positionellen Vorteil, den ich dann in einen Materialvorteil ummünzen konnte:

2qb2k1/5pp1/1np3p1/p2n4/Np4P1/1B2PP2/PPQ4P/1KB5 w – – 2 28

(28.Sxb6 gewinnt einen Bauern, da 28…Lxb6? An 29.Lxd5 scheitert und nach dem Partiezug 28…Sxb6 gewinnt Weiß nach 29.Dxg6 einen Bauern.

Ich konnte sogar noch einen zweiten Bauern gewinnen und eine totale Gewinnstellung erreichen, bevor sich dann meine taktischen Schwächen offenbarten.

5k2/4qp2/2Q2np1/2b5/1pp2PPP/4P3/PPB5/1KB5 w – – 3 40

(Fast alles gewinnt hier, ich spielte aber 40.h5??, wonach 40…Lxe3! Sofort ausgleicht. In der Partie kam 40…gxh5?? 41. gxh5 Lxe3 42. Dc8+ Se8 (Kg7 h6! Und hier kann Schwarz im Unterschied zu 40…Lxe3! Nicht 40…Kh7 spielen und wird stattdessen mattgesetzt) und hier hätte 43.h6! gewonnen, z.B. 43…Lxc1 h7!. Ich spielte aber 43.Dxc4? und nach 43…Lxc1 44.Kxc1 De3+ hat Schwarz wieder gute Remischancen und obwohl Weiß noch weiterspielen kann, wurde bald Remis vereinbart.)

 

Somit war ich weiter gut im Rennen. In Runde 6 wurde mir mit Reinhard Bonnmann eine weitere KKS-Legende zugelost, aber leider wurde er krank und konnte nicht spielen. Den kampflosen Punkt nahm ich natürlich gern mit in die Schlussrunde.

 

Vor Runde 7 malte ich mir dann gute Chancen auf den Turniersieg aus! Mit 5 Punkten lag ich punktgleich mit Ingo Cordts und meinem nächsten Gegner Klaus Arlt an der Spitze. Mit einem Sieg hätte ich also Platz 2 sicher mit der Möglichkeit auf mehr. Die Partie verlief zum Glück sehr gut und ich erreichte mit natürlichen Zügen schnell eine Gewinnstellung.

2rr2k1/1bqn1pp1/p3pn1p/1pb5/4P3/P1N4P/1P1BBPP1/RQ2NR1K b – – 4 17

(17…Lb6! Und Schwarz steht bereits auf Gewinn. Die Hauptdrohung ist …Sc5 mit den Ideen …Sb3, …Sxe4 und …Txd2.18.b4 geht nicht wegen …Ld4. Weiß spielte hier 18.f3 und nach 18…Sh5 gewinnt Schwarz schon Material. Die Partie dauerte dann auch nicht mehr lange).

Somit war Platz 2 sicher und ich schaute gespannt auf die Partie von FM Cordts, der nun mit Schwarz gewinnen musste, sollte es für ihn der Turniersieg sein. Es entstand dann auch schnell eine dynamische Stellung mit beiderseitigen Chancen, Weiß hatte Königsangriff und Schwarz dafür 2 Freibauern am Damenflügel. Nach langem Kampf konnte sich der Favorit dann durchsetzen.

 

Somit stand am Ende der geteilte erste Platz für mich und es kam auf die Buchholz an. Dort hatte ich leider das Nachsehen (0,5 Punkte Unterschied), weshalb ich mich mit Platz 2 zufrieden geben musste. Dennoch ein großer Erfolg.

Zweite triumphiert in Kamp-Lintfort. Klassenerhalt durch Kantersieg!

Juni, 2022 · By Jasper Langner

Der heutige Sonntag sollte der Tag der Entscheidung werden. Als mir Luca um kurz nach 9 schrieb, dass er unten vor der Tür wartet, war mir sofort klar, dass uns nicht nur eine lange Autofahrt gen Norden in das beschauliche Kamp-Lintfort bevorstand, sondern dass es nicht weniger als um den Klassenerhalt ging. Die Vorzeichen so eindeutig wie nie. Vor dem letzten Spieltag rangierten wir mit 7 Mannschaftspunkten auf Rang 7, hinter Düsseldorf-Süd (8 MP) und Turm Kamp-Lintfort (9 MP), aber mit 2 Brettpunkten vor Turm Kleve, die den ersten Abstiegsplatz belegten. Die Ausganglage war also klar: Mit einem Sieg gegen Turm Kamp-Lintfort würden wir dank Brettpunkten bzw. direktem Vergleich noch an diesen vorbeiziehen und damit sicher die Klasse halten. Wenn wir nicht gewinnen, hätten wir den Klassenerhalt aber nicht mehr in der eigenen Hand und müssten uns auf Kleves Gegner Lasker SK II verlassen. Aber auch Düsseldorf-Süd und unsere Gegner aus Kamp-Lintfort waren noch nicht sicher gerettet. Der Abstiegskampf sollte noch zu einem echten Krimi werden…

Mit vier Autos (eins davon aus Belgien) reisten wir zu unseren Gegnern. Boris, Jörg, ich (Jasper), Luca, Arnd, Joachim, Mile und Neuzugang Bertrand, der eine Woche zuvor mit der Dritten aufstieg und dort einen starken Eindruck (insgesamt 3/3 Punkte) hinterließ, komplettierte unsere Startaufstellung. Durchaus schlagkräftig, aber leicht ersatzgeschwächt begrüßten uns unsere Gegner vor Containerbauten an ihrem Vereinsheim…

Den Anfang machte ich. In den Theoriegewässern der Aljechin-Verteidigung kannte sowohl ich als auch mein Gegner sich lange aus. Beim Rundgang und der Besichtigung der anderen Bretter und der Kenntnis, dass wir vor allem hinten auf dem Papier ein Übergewicht hatten, wiederholte ich schon schnell die Züge zum 0.5-0.5. Danach passierte erstmal länger nichts Entscheidendes. Luca kam gut aus der Eröffnung. Sein Gegner verlor schon früh das Rochaderecht mit Weiß gegen die Halbslawische Verteidigung und musste sich aus einer unangenehmen Stellung manövrieren. Boris‘ Figuren standen etwas unkoordiniert. Zumindest konnte er vorübergehend einen Mehrbauern verzeichnen. Jörg stand äußerst solide und hatte die bessere Bauernstruktur. Arnd hatte Kompensation für einen Minusbauern, aufgrund der schlechten Bauernstruktur des Gegners und leichter Initiative am Königsflügel. Mit gewaltigem Zeitnachteil schlug er mutig ein Remisangebot aus. Joachim hatte sich mal wieder an einem exotischen Nilpferd-Aufbau probiert. Seine Stellung gefiel mir, da er die schwarzen Felder kontrollierte und zu Spiel gegen den lang rochieren Weißen König kam. Bei Mile nichts Neues. Er steckte eine Qualität ins Geschäft, aber eher notgedrungen. Die Kompensation schien zunächst nicht auszureichen, aber da es Mile war, musste man sich keine allzu großen Sorgen machen. Bertrand hatte bereits gefährliche Initiative auf die geschwächte h3-g4 Königsstellung entwickelt.

Wenige Momente später kam es auch bei Boris zu einer Punkteteilung. Sein talentierter Gegner sah keine Wege mehr, die etwas dysfunktionale Figurenstellung auszunutzen. Boris hielt damit einen wichtigen halben Punkt fest. Dann kam es Schlag auf Schlag. Gerade als der Gegner von Joachim herausgekommen schien und Joachim jetzt Kompensation für einen Minusbauern nachweisen müsste, übersah sein Gegner einen tödlichen Zwischenabtausch der Dame, der zu einem Doppelangriff und Turmgewinn führte. Sofortige Aufgabe zum 2-1 für uns! Joachim krönte damit auch ganz persönlich seine Saison mit unglaublichen 6.5/7 Punkten! Nur ein paar Momente später zauberte Bertrand ein vorübergehendes Qualitätsopfer auf das Brett, das zu einem tödlichen Mattangriff mit dem Läuferpaar führte und das 3-1 bedeutete! Bertrand verbuchte damit seinen vierten vollen Punkt in Folge für den KKS. Den Verlauf bekam auch Luca mit, der seinen Vorteil nicht weiter maximieren konnte und daher Remis anbot. Der Gegner konnte nicht nein sagen. 3.5-1.5. Es sah sehr gut aus. In den verbleibenden 3 Partien mussten wir nur noch einen Punkt holen für den Sieg. Arnds Stellung hatte sich mittlerweile gebessert. Er hat den Bauern zurückgewonnen und drohte in ein überlegenes Endspiel mit Turm Läufer gegen Turm Springer abzuwickeln. Auch Jörg verbesserte Stück für Stück seine Stellung und nahm die Schwächen auf c4 und e4 mit einem Blockadespringer auf d6 ins Visier. Mile schüttelte wie aus dem Nichts wieder starke Initiative für die Qualität aus dem Ärmel. Der gegnerische König sah sich einem schweren Angriff ausgesetzt. Als Arnd nicht nur zum Rauchen vor die Tür kam, sondern uns mitteilte, dass er die Partie nach Turmtausch und unaufhaltbarem a-Bauern gewonnen hat, brauchten wir ein paar Momente um zu realisieren, dass dieses 4.5 schon den sicheren Klassenerhalt bedeutete! Und noch sicherer stand er fest, als Mile (mittlerweile in einem Endspiel angekommen) den h-Bauern unbeschwert vorpreschte bis zur Umwandlung. 5.5-1.5! Sehenswerte und äußerst überzeugende Technik zeigte zum Schluss auch noch Jörg, der blitzsauber und hochverdient ein positionelles Glanzstück zum Sieg führte. Der zwischenzeitlich unklare Mannschaftskampf formierte sich Stück für Stück in eine Demontage, die wir uns nicht Mal in Träumen so ausgemalt hätten. Die Zitterpartie ging dann plötzlich für unsere Gegner los. Auf der Rückfahrt trauten Boris, Luca und ich unseren Augen nicht, als wir auf unseren Smartphones die Zwischenstände aktualisierten. Kleve gewann tatsächlich sensationell 6-2 gegen Lasker und tütete damit sicher den Klassenerhalt ein, da sie durch unseren hohen Sieg einen halben (!) Brettpunkt Vorsprung auf Kamp-Lintfort hatten. Der Abschluss konnte dramatischer nicht sein. Bei einem Stand von 4-3 zwischen Porz und Düsseldorf-Süd musste Düsseldorf-Süd die letzte Partie gewinnen, um 4-4 zu spielen und sich damit vor Kamp-Lintfort zu schieben. Und das gelang ihnen tatsächlich noch! Welch dramatischer Wendepunkt. Kamp-Lintfort, die vor der Runde auf Platz 5 lagen und sich mit 2 Mannschaftspunkten Vorsprung schon in Sicherheit wogen, stiegen damit tatsächlich noch ab, was wiederum zeigt, dass man sich auf andere nicht verlassen sollte…

Mit diesem überzeugenden Auswärtssieg katapultieren wir uns am Saisonabschluss in das sichere Tabellenmittelfeld auf den fünften Platz. Mit drei Siegen in Folge stießen wir den Bock um und können so doch noch sehr positiv auf eine Saison zurückblicken, die uns alles abverlangte. Nach dem Fehlstart haben wir am Ende auf beeindruckende Weise noch die Kurve bekommen und sichern uns damit nächste Saison einen weiteren Startplatz in der NRW-Klasse.

„Aber muss man nicht oft unbedachtsam handeln, wenn man das Glück anreizen will, etwas für uns zu tun?“ (Lessing)

 

Förderverein

Juni, 2022 · By Luca Klemenz

Aufnahmeantrag_Foerderverein

Eine Frage, die uns oft gestellt wird, ist, wie der KKS seine laufenden Kosten, wie Miete, Reinigungskosten, Kleinreparaturen, Verbandsgebühren, Übungsleitervergütungen etc. mit einem Jugendbeitrag von nur 5€ monatlich für Jugendliche finanzieren kann. Die Antwort ist einfach: ein Teil kann aus den Beiträgen getragen werden, der Hauptanteil wird durch Spenden gedeckt. Da wir die Beiträge nicht erhöhen wollen, um möglichst vielen eine Mitgliedschaft zu ermöglichen, haben wir einen Förderverein für alle Belange der Jugendarbeit gegründet. Hier können Eltern, deren Kinder an unseren Kursen und Spielabenden teilnehmen, gegen einen Beitrag ab 10€ monatlich beitreten. Wir betonen, dass dies freiwillig ist, da eine Kursgebühr kein Hindernis sein soll, das am Schach interessierte Kinder von einer Teilnahme abhält. Fragen und Beitrittsanträge an: foerderverein@hv-maric.de gesendet werden. Bei Interesse senden wir Euch gerne die Satzung zu.

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Da der Verein gemeinnützig und ein reiner Förderverein ist, d.h. ein Mitglied keine geldwerten Gegenleistungen erhält, können Spendenbescheinigung ausgestellt werden und so die Zahlungen steuerlich geltend gemacht werden. Viele Grüße, Boris

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