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Krefelder Weihnachtsopen 2022

Januar, 2023 · By Luca Klemenz

Insgesamt 5 KKSler traten zum Krefelder Weihnachtsopen 2022 an. Neben den Stützen der 2.Mannschaft, Jonas Schwibbert und Luca Klemenz (Jasper Langner musste leider kurzfristig absagen), waren es vor allem unsere Jungtalente Zeno Pfaar, Johannes Theisen und Nelson Strehse, die sich in diesem durchaus stark besetzten Turnier behaupten und zeigen wollten, dass ihre letzten Ratingsprünge nicht von ungefähr kamen. Zeno und Johannes nahmen sich ein Zimmer in einer nahegelegenen Krefelder Unterkunft, während der Rest auf das Abenteuer „RE7“ setzte und täglich aus Köln anreiste. Alles war vorbereitet für ein Schachfest in einem der größten und beeindruckendsten Schachlokale Deutschlands!

Schon die erste Runde fing gut an: Während Jonas ein Bye nahm, fuhren Luca, Zeno und Nelson souveräne Siege gegen schwächere Spieler ein. Das Highlight spielte sich allerdings auf dem Podest ab: Johannes überspielte völlig überraschend als krasser Außenseiter den im Kölner Raum bestens bekannten FM Marcziter und erreichte (in Gewinnstellung) ein Remis!

Runde 2 bot dann schon einige Härtetests für unsere Youngster bereit: Zeno und Nelson bekamen spieler mit >2000 vorgesetzt. Zeno spielte gut mit und verlor leider irgendwann den Faden, während Nelson gar total auf Gewinn stand und sich in einer epischen Zeitnotschlacht dann doch ins Remis fügte. Aus KKS-Sicht am interessantesten war natürlich das direkte Duell Jonas gegen Johannes, in dem Johannes erneut einen stärkeren Spieler dominieren konnte und ein Remis aus der Position der Stärke erreichte. Luca spielte Kurioserweise gegen denselben Gegner wie im letztjährigen Weihnachtsopen in Runde 2. Diesmal wurde es aber nichts mit dem Sieg, im Gegenteil, nach einem peinlichen Figureneinsteller im Endspiel musste er eine Niederlage einstecken. Die Abendrunde lief dann recht erfolgreich für uns: Zeno und Luca kamen nach ihren Niederlagen eindrucksvoll zurück, Johannes gewann eine wechselhafte Partie gegen einen DWZ-losen, aber nicht ungefährlichen Spieler, auch Jonas konnte gewinnen. Nelson spielte erneut gegen einen stärkeren und verlor schon früh durch eine schöne Taktik einen Bauern. Das resultierende Turmendspiel war wohl zwischenzeitlich verloren, aber Nelson kämpfte sich zurück und zeigte wie gewohnt starke Endspieltechnik – Remis!

Somit standen vor dem vor dem 3.Turniertag alle 5 KKSler Punktgleich mit 2/3 im oberen Mittelfeld und es wurden die Weichen gestellt. Und die Auslosung wollte ein weiteres direktes Duell! Zeno und Luca sollten bereits zum 7.mal gegeneinander spielen. Letzterer gewann klar das Italienisch-Eröffnungsduell mit Schwarz, allerdings suchte der taktisch starke Zeno erfolgreich nach Kompensation für die 2 Minusbauern. Der erste Gewinnzug wurde noch übersehen, aber Zeno bekam noch eine Chance und nutzte sie zum Partiegewinn. Jonas zeigte sich heute ungewohnt stark in der Eröffnung und überspielte seinen Gegner im Londoner System komplett – 1:0. Johannes spielte gegen das Krefelder Talent Schuricht und erreichte schnell eine gute Stellung. Leider spielte er zu sorglos und musste am Ende seine erste Turnierniederlage einstecken. Nelson spielte gegen den ebenfalls jungen Klaska und erreichte ein starkes Remis. Nach der Runde machten wir einen Ausflug in eine Pizzeria unweit des Spiellokals. Gestärkt gingen wir in Runde 5, die wieder sehr erfolgreich verlief! Zeno verlor recht deutlich gegen den immergefährlichen Dr. Ciornei, dafür gewannen Johannes, Luca und Jonas (starke Angriffspartie gegen Schuricht). Nelson hatte ein schweres Los mit dem amtierenden Deutschen U10-Meister Nezhyvenko (ca.2000). Überraschenderweise dominierte er seinen Gegner von der Eröffnung bis ins Endspiel und sorgte für eine mittelgroße Sensation!

In Runde 6 gab es wieder einige Herausforderungen: Jonas und Nelson waren in der erweiterten Spitzengruppe angekommen und durften entsprechend gegen sehr starke Gegner ran. Beide machten aber relativ schnell Remis mit Weiß. Johannes geriet aus der Eröffnung in einige Schwierigkeiten, allerdings konnte der Gegner am Ende nicht verwerten – ebenfalls Remis. Lucas Gegner opferte eine Figur für 2 Bauern und hatte dann einen gefährlich aussehenden Spieß, aber Luca konnte durch einen taktischen Trick die Mehrfigur retten und gewann souverän. Zeno spielte eine interessante Partie: sein Gegner opferte einen Bauern, dafür war Zenos Turm außer Spiel. Als sich die Stellung dann öffnete, wurden Zenos Figuren plötzlich sehr aktiv und er zeigte seine ganze taktische Klasse. Als er am Ende schon 3 Bauern weniger hatte und weiterer Materialverlust drohte, gab der Gegner auf!

Den großen Showdown gab es dann in der letzten Runde, konnten doch fast alle von uns noch auf Jugend- und Ratingpreise hoffen. Und es ging sehr gut los: Johannes krönte sein überragendes Turnier nach einem schnellen Eröffnungssieg – 4,5 Punkte! Auch Zeno war sehr schnell fertig, er konnte mal wieder sein taktisches Können zeigen, keine 25 Züge überlebte der Gegner. Nelson ging dafür die Luft aus und er hatte gegen einen erneut starken Gegner keine Chance – erste Turnierniederlage damit erst in Runde 7. Luca gewann gegen Schelhorn, der bis dahin ein starkes Turnier spielte, eine schöne positionelle Partie und sorgte für einen für ihn versöhnlichen Turnierabschluss. Für die Sensation sorgte aber Jonas, der FM Blasek mit Schwarz völlig überspielte und am Ende sehenswert Matt setzte!

Schlussendlich war das Turnier sehr erfolgreich: Jonas, Zeno, Nelson und Johannes erreichten jeweils Ratingpreise. Jonas, der sein mit Abstand bestes Turnier seit seinem Wechsel zum KKS letzten Sommer spielte, verpasste mit Platz 7 denkbar knapp die Hauptpreise. Zudem konnten wir uns fast über einen Mannschaftspreis freuen, allerdings fehlte uns dafür ein sechster Teilnehmer. Nebenbei wurden nette DWZ- und Elogewinne verbucht. Insgesamt war es wieder ein (wie von Turm Krefeld gewohnt) gut organisiertes Turnier mit einer tollen Atmosphäre!

Der Favoritenrolle gerecht geworden – 1.U20 gegen SV Würselen

Dezember, 2022 · By Luca Klemenz

Der Favoritenrolle gerecht geworden – 1.U20 gegen SV Würselen

von Johannes Theisen

Nach den zwei wichtigen Erfolgen gegen Kempen und Bergheim stand am Sonntag für die 1.U20-Mannschaft ein Heimspiel gegen den SV Würselen an. Wir wollten an unsere Siegesserie anknüpfen und außerdem so hoch wie möglich gewinnen, um vor den drei schweren Spielen im nächsten Jahr ein möglichst großes Polster an Mannschafts- und auch Brettpunkten aufbieten zu können. Dabei kam uns unsere klare Favoritenrolle zur Hilfe, die neben der allgemein besseren Aufstellung auch zustande kam, weil wir erneut eine starke Mannschaft aufbieten konnten. Auf dem Papier benötigten wir zwar zum ersten Mal Ersatz aus der 2.U20-Mannschaft, mit Moyi hätten wir uns aber keinen besseren wünschen können. Außerdem musste Würselen Brett 4 freilassen, weshalb wir bereits vor Beginn der Partien in Führung lagen. Mark konnte deshalb leider nicht spielen, er kam aber trotzdem vorbei, um uns zuzuschauen.  Außer der kampflosen Niederlage trat Würselen allerdings in Bestbesetzung an, es sollte also definitiv kein Selbstläufer werden. 

Während Zeno sich an Brett 1 bereits früh einem interessanten, aber wahrscheinlich eher dubiosen Bauernvorstoß seines Gegners am Königsflügel gegenüber sah, konnte Nelson schnell einen eigenen Angriff generieren, selber lang rochieren und seinen Gegner an der Rochade hindern. An Brett 3 entschied ich mich in einem ruhigen Aufbau, einen Vorstoß im Zentrum zu wagen, wonach ich bald einen Bauern gewann und mich in einer angenehmen Stellung wähnte. Die Stellung an Brett 5 wirkte sehr statisch, Lars konnte mit seinen Figuren aber schöne Felder besetzen. Moyi gewann im Mittelspiel durch eine Taktik eine glatte Figur. 

Dann überschlugen sich plötzlich die Ereignisse: Innerhalb von ein bis zwei Minuten musste Würselen an drei Brettern die Waffen strecken! Als erstes gewann Zeno, dann musste Nelsons Gegner unter dem Eindruck des starken Angriffs aufgeben und Sekunden danach gab auch Lars‘ Gegner auf, der sich einer mattdrohenden Dame gegenübersah, während er selbst keine mehr besaß. 4:0, der Sieg war bereits sicher! Während Moyi souverän in ein Endspiel abwickelte, wurde es an meinem Brett aber noch einmal sehr unklar. Nach einigen leichten Ungenauigkeiten meinerseits bekam mein Gegner plötzlich Angriff und ich musste meinen Mehrbauern zurückgeben, woraufhin die Stellung zu kippen drohte. Glücklicherweise fand aber auch er nicht die besten Züge und ich konnte durch ein Springermanöver großen Vorteil erlangen, woraufhin mein Gegner schließlich ein Matt in 2 übersah. 

Als Bonni gegen 14:30 Uhr vom U12-Mannschaftskampf zurückkehrte, gab es für ihn gar nichts mehr zu sehen, alle Partien waren bereits beendet. Das 6:0 dürfte seinen Ärger darüber aber gelindert haben.

Die Mission Klassenerhalt wirkt nach 3 Siegen in Folge gegen die direkte Konkurrenz zum Greifen nah. Sicher ist er aber noch lange nicht. Wir müssen darauf hoffen, dass den anderen Mannschaften nicht allzu viele Überraschungserfolge gelingen (wie Bergheim beim 3:3 gegen den Düsseldorfer SV an diesem Spieltag) und, wer weiß, vielleicht holen wir selbst ja auch noch den einen oder anderen überraschenden Punkt. 

 

Alle Ergebnisse gibt es online unter:

https://nrw.svw.info/ergebnisse/show/2022/4307/tabelle/

1.U20 in Bergheim – Nachbericht

November, 2022 · By Luca Klemenz

1.U20 in Bergheim

(Von Johannes Theisen und Mark Krenzel)

Das Wochenende nach dem 11.11: Während einige immer noch ihren Rausch ausschliefen, ging es für unsere 1. U20 Mannschaft nach Bergheim. Das Ziel war klar: Wichtige Punkte im direkten Duell gegen den Abstieg sichern. Es versprach also, eine interessante Begegnung zu werden. 

Beiden Mannschaften war die Bedeutung des Mannschaftskampfes bewusst. Mit einer Niederlage würde das Ziel Klassenerhalt vermutlich nur noch durch einen Außenseitersieg gegen Porz, Düsseldorf oder Krefeld erreichbar sein.  Sowohl wir als auch Bergheim traten daher nahezu in Bestbesetzung an. Bei uns war die Spielbereitschaft erneut extrem hoch! In gewisser Weise sogar zu hoch, denn Ole und Anton konnten leider nicht spielen. Es war ein spannendes und ausgeglichenes Match zu erwarten, bei dem wir insgesamt leicht favorisiert waren. 

Am ersten Brett spielte Zeno mit Weiß eine seltene und scharfe Variante, in der sich sein Gegner aber gut zurechtfand. Trotzdem bekam die Stellung einen scharfen Charakter. Das Gegenteil war an Brett 2 der Fall: Nelson entschied sich früh, die Damen zu tauschen und erreichte eine etwas schlechtere Stellung. Johannes konnte seinen Gegner schon im dritten Zug überraschen, woraufhin dieser in der Eröffnung bereits viel Zeit investierte und einen dubiosen Aufbau wählte. Doch in einer Schlüsselstellung entschied sich Johannes, das Zentrum zu schließen, anstatt die schlechte Figurenstellung seines Gegners konkret auszunutzen. An Brett 4 entwickelte sich die Partie dagegen sehr schlecht; nach einem übersehenen Zwischenzug in der Eröffnung gab es eigentlich keine Hoffnung mehr für Mark. Lars spielte einen ruhigen Aufbau. Als sein Gegner fragwürdige Operationen am Damenflügel startete, konnte er einen Tausch seines Läufers gegen den Springer auf f6 erzwingen. Schwarz musste mit dem Bauern wiedernehmen und seine eigene Königsstellung schwächen. Auch Dominiks Stellung wirkte angenehm. Er hatte ein starkes Zentrum sowie das Läuferpaar, allerdings war seine Königsstellung etwas unsicher. 

Dann ging es plötzlich Schlag auf Schlag! Nach einem katastrophalen Fehler hatte Mark auf einmal eine Figur mehr und alle seine anfänglichen Probleme gelöst. Zwanzig Minuten später stand das 1:0 für uns fest! Im Turmendspiel mit gleich vielen Bauern auf einem Flügel einigten sich Nelson und sein Gegner auf Remis. Zenos Gegner fand nicht die besten Züge und zog in bereits schlechterer Stellung den Turm statt der Dame aus einer Springergabel! Nach dem überraschenden Damenverlust musste er aufgeben – 2,5:0,5! Ein weiterer Punkt genügte uns, um den Sieg klarzumachen. Den lieferte Lars, der ein Endspiel mit zwei Mehrbauern erreichte, in dem sein Gegner ebenfalls bald die Waffen strecken musste. Johannes konnte ebenfalls die weiterhin schlechte Figurenkoordination seines Gegners ausnutzen und eine Figur gewinnen, was bald das 4,5:0,5 zur Folge hatte. Schließlich gewann auch Dominik eine Figur, konnte die Kompensation des Gegners erfolgreich verteidigen und schließlich den Damentausch forcieren, nach welchem er eine glatte Figur mehr hatte. 

5,5:0,5 – Der Mannschaftskampf war vorbei! 

 

So gelang uns ein hoher Sieg mit vielen wichtigen Brettpunkten für den Klassenerhalt!

Der Lauf geht weiter: Zweite gewinnt gegen Holsterhausen!

November, 2022 · By Luca Klemenz

Heute begrüßten wir, zum letzten mal vor der langen Winterpause, die Gäste aus Essen-Holsterhausen. Die Mission war klar: gegen die Erste des SK Holsterhausen sollte ein Mannschaftssieg her, um das turbulente Schachjahr 2022 souverän abzuschließen und sich in der Tabelle weiter nach oben abzusetzen. Die Voraussetzungen waren nicht schlecht: Wir konnten Jörg, Jasper, Jonas, mich (Luca), Martin, Joachim, Arnd und Mile aufbieten und spielten so nahezu in Bestbesetzung.

Die erste aus unserer Sicht gute Nachricht ereilte uns bei der Ankunft der Holsterhauser: Deren Brett 1 war kurzfristig wegen Krankheit verhindert, sodass wir mit einem komfortablen 1:0 starteten. Ansonsten erwartete uns ein spannender Kampf; nominell befanden wir uns in etwa auf Augenhöhe mit den Gästen.

Demensprechend verliefen alle Partien sehr schleppend. Jasper spielte ein interessantes Nebensystem gegen den Sizilianer seines Gegners, es entstand eine zweischneidige Stellung mit einigen interessanten Angriffsideen für Jasper. Jonas ließ sich wie schon in Bochum mutig auf die komplexe Meraner-Hauptvariante ein, hier waren beide Spieler schnell auf sich allein gestellt. Martin und Mile gerieten meiner Ansicht nach ziemlich unter Druck, hielten sich zunächst aber gut in der Partie.

Ich spielte eine wechselhafte Partie. Nach einigen gegnerischen Ungenauigkeiten gewann ich schnell eine Qualität für einen Bauern, doch verpasste wohl eine klarere Gewinnmöglichkeit und mein Gegner erlangte mehr als ausreichende Kompensation. Als meine Stellung + Uhr langsam schlechter wurden, bot ich Remis, was aufgrund der ausrichtsreichen Stellungen der Gäste an den anderen Brettern angenommen wurde.

Doch plötzlich begann der Kampf völlig zu kippen: Jonas‘ Gegner stellte noch in der Eröffnung in beiderseitiger Zeitnot einfach eine glatte Figur ein. Auch Mile, der zwischenzeitlich ziemlich platt stand, konnte sich befreien und einen Mile-typischen Angriff initiieren, der mit Matt gekrönt wurde! Als dann noch Martin seine schwierige Stellung souverän zum Remis führte, hatten wir bereits einen Mannschaftspunkt sicher.

Es spielten noch Joachim, Arnd und Jasper. Joachim machte dann auch recht schnell das erlösende Remis zum Mannschaftssieg (wie, ist mir entgangen). Arnd konnte zwischenzeitlich starken Königsangriff mit seinen Schwerfiguren generieren und hatte an einer Stelle einen glatten Gewinn, der aber schwierig zu sehen war. Als er in ein Turmendspiel abwickelte, war die Stellung schon remis. Jasper wurde in dem komplexen Sizilianer von seinem stark aufspielenden Gegner überspielt, hielt dann das resultierende Endspiel aber locker Remis.

Somit holen wir mit dem 5.5-2.5-Sieg die nächsten Mannschaftspunkte und stehen nun so gut dar wie lange nicht mehr. Aktuell belegen wir einen starken 3.Platz hinter dem Überraschungsteam aus Welper und der Übermannschaft vom Düsseldorfer SK, die heute allerdings schon ihr 2.Remis abgegeben haben. Mit dem Abstieg sollten wir zunächst nichts zu tun haben. In ca. 4 Monaten geht es dann weiter mit dem Lokalderby gegen Lasker 2.

 

 

Vereinsmeisterschaft Teilnehmerliste

November, 2022 · By Luca Klemenz

NAMEVORNAMEDWZ
SchwibbertJonas2052
KlemenzLuca2046
LangnerJasper2040
HendrixJoachim1965
GoldensteinArnd1905
SchläbitzJoel1867
GeorgiThomas1833
StrehseNelson1754
TheisenJohannes1675
ReichlingSebastian1634
YePhilipp1629
ExternbrinkUwe1627
WoykLukas1551
GailEdgar1542
KochJürgen1483
EschLars1465
NielsenOle1446
Zheng Moyi1441
UferMax1399
NielsenJürgen1390
SchumacherMarco1235
SchönigSeverin1213
SpringerPatrick1168
ZaikaViktor1089
JakobGudrun1077
LampeTimon1070
UrraMichelle1019

U20 – Wiedergutmachung geglückt! (Nachbericht U20)

November, 2022 · By Luca Klemenz

U20 – Wiedergutmachung geglückt!

von Johannes Theisen

Nach der ebenso schmerzhaften wie zu hoch ausgefallenen 0:6-Klatsche am 1. Spieltag gegen den Düsseldorfer SK trat die U20-Mannschaft am Sonntag zuhause gegen die Schachfüchse Kempen an. In der extrem heterogenen Liga mit sowohl deutlich besseren als auch schlechteren Mannschaften ist Kempen uns nominell am ähnlichsten aufgestellt. Deshalb war die Begegnung sehr wichtig im Kampf um den Klassenerhalt. Wie auch am 1. Spieltag war die Spielbereitschaft hoch und wir bekamen eine gute Mannschaft an die Bretter. Allein Nelson fehlte, weil er der 2. Mannschaft bereits seine Spielbereitschaft zugesichert hatte. Obwohl Kempen vorne gut aufgestellt ist, fehlt es der Mannschaft an Tiefe und so musste Kempen wie bereits am 1. Spieltag ein Brett freilassen. Dieses Mal war es das 2.Brett, so gewann ich kampflos und uns reichten aufgrund der 3:0-Zählweise bei einem kampflosen Sieg bereits 2 weitere Siege, um den Mannschaftskampf zu gewinnen. 

Lars kam an Brett 4 gegen die Caro-Kann-Verteidigung schnell in Vorteil und konnte bereits früh durch eine Taktik den e6-Bauern des Gegners gewinnen. Mark erreichte mit Schwarz eine ausgeglichene und etwas langsame Isolani-Stellung, in der beide Spieler viel manövrierten. An Brett 1 entschied sich Zeno zum Qualitätsopfer, was einen starken Angriff mit dem Läuferpaar versprach. Die Engine protestiert dagegen aber und zeigt nach dem Opfer +3 an. Es stellte sich heraus, dass Zenos Springer am Ende einer langen Variante, die er berechnet hatte, nicht mehr gedeckt war. Sein Gegner fand aber auch nicht die besten Züge und so blieb die Partie spannend. 

Den ersten Sieg holten wir an Brett 6, wo Ole gegen seinen sehr jungen Gegner, der für sein Alter stark spielte, gewann. Kurz darauf konnte Dominik, nachdem die Stellung zuvor nicht klar gewesen war, mit seinen Türmen aktiv werden und eine Figur gewinnen. Es dauerte nicht lange, bis das 3:0 für uns feststand! Das Ergebnis wurde noch deutlicher, als Lars, dessen Gegner erfolglos versucht hatte, einen Königsangriff als Kompensation für seinen Bauern zu bekommen, in klar gewonnener Stellung auf Zeit gewann. Leider musste Zeno kurz darauf die Segel streichen, nachdem sein Angriff nicht durchgeschlagen war. Es spielte nur noch Mark, an dessen Stellung sich nicht viel verändert hatte, außer dass Marks Figuren aktiver geworden waren. Beide Spieler sahen schließlich keinen Weg mehr, Fortschritte zu machen und einigten sich auf Remis. 

Wir gewannen also mit 4,5:1,5 und holten 2 wichtige Mannschaftspunkte im Kampf um den Klassenerhalt. Am nächsten Spieltag in 2 Wochen gilt es dann gegen das auf dem Papier schwächere Team aus Bergheim, unser Punktekonto weiter zu vergrößern, bevor wir es Anfang nächsten Jahres mit 3 starken Gegnern zu tun bekommen werden. 

(von Johannes Theisen)

Klares Ding: Zweite gewinnt in Herzogenrath

Oktober, 2022 · By Luca Klemenz

Sonntag, den 30.10. ging es für die ambitionierte Zweite Mannschaft zum Auswärtsspiel in die Nähe von Aachen beim SV Herzogenrath. Beim nominell schwächsten Team der Liga und Überraschungsaufsteiger sollte für unsere Mission „Klassenerhalt“ unbedingt ein Sieg her. Allerdings waren wir von Personalsorgen geplagt; insbesondere Jasper und Arnd fehlten und wir mussten gleich drei Ersatzleute aufbieten. Wir spielten mit Jörg, Jonas, mir (Luca), Joachim, Peter sowie den Ersatzleuten Joel, Bertrand und Nelson. Ein ausgeglichener Kampf war zu erwarten…

 

Wir kamen gut in die Partien rein. Jörg spielte bei seinem Saisondebüt gegen den starken I. Meirick und es entwickelte sich ein strategischer Kampf. Bald einigte man sich auf Remis. Währenddessen legten unsere Ersatzspieler los wie die Feuerwehr: Bertrand generierte aus der Eröffnung heraus gefährliches Spiel gegen den gegnerischen König, Auch Joel stand früh gut; hier erlaubte sich der Gegner in einem Italiener die Ungenauigkeit h2-h3(?) und Joel, der noch nicht rochiert hatte, ging mit …g5 und …h5 schnurstracks auf den König los. Die übrigen Bretter gaben ebenfalls Grund zur Hoffnung: Jonas und Nelson erreichten schnell komfortabel Ausgleich mit Schwarz, Ich einen schönen Eröffnungs- und Zeitvorteil gegen einen zweifelhaften Stonewall-Aufbau. Joachim fühlte sich in seinen typischen Modern-Strukturen wie ein Fisch im Wasser. Peter, mit Rückenwind nach seinem erfolgreichen Saisondebüt in Bochum, wählte gegen den erfahrenen K. Haverkamp einen positionellen Fianchettoaufbau.

Plötzlich entwickelten sich fast alle Stellungen zu unseren Gunsten! Den Anfang machte Bertrand; sein Gegner ging im Opferwirbel unter und musste die Segel streichen. Ein schöner Sieg für unseren belgischen „Edeljoker“! Nelson gewann früh einen Bauern, allerdings bekam sein Gegner dafür Initiative im Zentrum. Plötzlich konnte Nelson nach einem Fehler des Gegners mit einem schönen Fesselungsmotiv in ein gewonnenes Endspiel mit Mehrqualität abwickeln, das der technisch starke Youngster sich natürlich nicht mehr nehmen ließ. Damit waren die Weichen auf Sieg gestellt!

Kurios war meine Partie: ich opferte 2 Bauern und griff beherzt am Königsflügel an, es entwickelte sich zunächst eine unklare Stellung, als ich plötzlich ein einfaches Matt in 4 hatte! Zum Erstaunen aller Kiebitze sah ich es aber nicht und musste nach einigen Figurentauschen sogar eher ums Remis kämpfen. Zum Glück stellte der Gegner dann in wieder schwieriger Stellung und in extremer Zeitnot die Partie weg. Währenddessen spielte Joachim seine gute Stellung konsequent zum Gewinn aus – bereits der Punkt zum 4,5:0,5 und damit der Mannschaftssieg!

Es spielten noch Jonas, Peter und Joel. Jonas stand nach einem gegnerischen Figurenopfer mit glatter Mehrfigur einfach auf Gewinn, die Verwertung war allerdings nicht einfach und Jonas erreichte schlussendlich „nur“ ein Endspiel T+S gegen T. Etwas bedenklich sah es inzwischen bei Peter aus: in einem Springerendspiel mit Minusbauer kämpfte er ums Remis. Joel krönte seinen Angriff zwar nicht mit Matt, konnte aber in ein gewonnenes Turmendspiel abwickeln! Zum Schluss versuchten Peter und Jonas noch ihre Partien remis zu halten bzw. zu gewinnen. Peter zeigte saubere Technik und eliminierte einen wichtigen schwarzen Bauern, wonach das Endspiel remis war; Jonas unternahm noch lange Gewinnversuche, und es hat sich fast ausgezahlt: Er konnte den König an den Rand drängen und hatte laut Tablebase Matt in 10, was natürlich schwierig zu finden war – aber ein 7:1 wäre auch zu viel des Guten gewesen.

Somit nehmen wir 2 wichtige Punkte zurück nach Köln und schieben uns mit 4 Punkten vorerst in die obere Tabellenhälfte. Die Mannschaft ist im Gegensatz zu letzter Saison gut in Form und auch auf die Ersatzleute (3/3!) konnten wir uns heute verlassen. Wir alle sind optimistisch, dass es mit dem Klassenerhalt klappt.

Externbrink trumpft auf

Oktober, 2022 · By Luca Klemenz

Dr. Uwe Externbrink spielte kürzlich bei der ACO-Schachweltmeisterschaft der Senioren mit und erreichte einen hervorragenden zweiten Platz (Bild: ganz links, mit Pokal bei der Siegerehrung)!

 

Herbstturnier 2022 – Nachbericht

Oktober, 2022 · By Luca Klemenz

Das Highlight im KKS-Turnierkalender stand an: das große Herbstturnier vom 7. bis 9. Oktober 2022 lockte insgesamt 38 Schachfreunde, davon 24 KKSler und weitere Spieler etwa aus dem Raum Köln-Bonn, Düsseldorf oder Solingen, in unser Vereinsheim. Es wurde ein breites und interessantes Teilnehmerfeld aufgeboten: Unter den ambitionierten Spielern fanden sich erfreulicherweise viele Jugendspieler, von denen einige noch für Überraschungen sorgen sollten…

Turnierfavorit war ganz klar der unter ungarischer Flagge spielnde, in Bonn lebende Berliner FM Zsigmond Szajbely, im erweiterten Kreis waren außerdem der Fritzdorfer Robert Begri, Herbstturnier-Stammgast Arnd Rosskothen aus Bonn-Beuel, sowie das Trio aus unserer 2.Mannschaft: Jonas Schwibbert (Gewinner Herbstturnier 2018) sowie die letztjährigen Erstplatzierten Jasper Langner und Luca Klemenz.

In Runde 1 gaben sich die Favoriten mehr oder weniger keine Blöße: Einzig Jürgen Nielsen konnte mit einem starken, hart erkämpften Schwarzsieg gegen Yannick Renz für eine erste Überraschung sorgen. In Runde 2 sorgten dann erstmals die Jugendspieler für Furore. Zeno Pfaar stand in einem scharfen Sizilianer gegen Begri auf Gewinn, konnte seinen Vorteil aber leider nicht verwerten, 0:1. Für die erste kleine Sensation sorgte dann unser Jugendtalent Nelson Strehse in einer packenden Partie gegen Klemenz. Nachdem dieser in unklarer Stellung mehrmals dem Remis auswich, landete Strehse wie aus dem nichts einen Mattangriff! Ein spanndes direktes Duell zweier starker Jugendspieler gab es auch zu bewundern, Peter Mukovskiy (Düsseldorf) behielt hier gegen Moritz Blomer (Porz) die Oberhand.

Die ersten Vorentscheidungen, was den Turniersieg angeht, gab es dann in der dritten Runde: Sowohl das immergrüne Duell Langner-Schwibbert, als auch das „Duell der Arnd’s“ Goldenstein gegen Rosskothen und das KKS-Jugendduell Pfaar-Strehse fanden keinen Sieger. Somit konnten sich 2 Spieler absetzen: Szajbely und Begri konnten beide überzeugende Weißsiege gegen starke Konkurrenz landen und führten somit beide mit 3/3 die Turniertabelle an.

Natürlich kam es in Runde 4 dann zum Duell Szajbely-Begri. Die Zuschauer erwarteten einen packenden Kampf, aber früh konnte der mit Weiß Spielende FM mithilfe eines taktischen Tricks einen Bauern gewinnen und gewann komfortabel. Dahinter gewann Langner eine wichtige Partie gegen den bis dahin stark spielenden Strehse; Klemenz durfte nach einem schweren Zeitnotpatzer seines Gegners Rosskothen matt setzen. Auch die jungen Blomer, Mukovskiy und Joel Schläbitz hielten mit Siegen zumindest Kontakt zu den Spitzenplätzen. Für eine weitere Überraschung sorgte erneut Nielsen, der überlegen und mit feiner Technik ein Läuferendspiel gewinnen konnte.

Somit war vor der letzten Runde alles offen: Dem allein führenden Szajbely reichte dank guter Feinwertung bereits ein Remis zum Turniersieg. Er remisierte dann auch recht früh gegen Langner, der ein sehr starkes Turnier spielte und sich den dritten Platz sichern konnte. Die weiteren Partien waren spannend und wurden bis zum letzten Blutstropfen ausgekämpft. Nielsen ging nach einem sensationellen Turnier etwas die Luft aus und konnte Begri nichts entgegensetzen, dieser sicherte sich damit Platz 2. Aber auch Nielsen konnte zufrieden sein, sicherte er sich immerhin den Ratingpreis U1400. Gute Platzierungen erreichten auch Klemenz (nach überzeugendem Schlussspurt, Platz 5), Pfaar (Platz 7, Ratingpreis 1400-1800), Blomer (abgeklärtes Weißremis gegen Schwibbert, Platz 8 2.Jugendpreis) und Mukovskiy (Sieg gegen Goldenstein zum Schluss, Platz 4, 1.Jugendpreis) sowie Strehse nach einer überzeugenden Punkteteilung gegen Rosskothen (Platz 10).

Insgesamt war es ein gelungenes Turnier. Es wurde gutes, kämpferisches Schach gespielt und es wurden einige Erfolgsgeschichten geschrieben. Ein Dank gilt natürlich an den Turnierleiter Jasper Langner (kann nicht nur Schach spielen) sowie Reinhard Bonnmann (Schiedsrichter, Bewirtung). Hoffen wir, dass man sich beim Herbstturnier 2023 wiedersieht!

 

 

 

Ford Open – Ein etwas später Nachbericht

Juli, 2022 · By Luca Klemenz

Nach einem coronabedingten Ausfall in den letzten beiden Jahren fand dieses Jahr von Ende April bis Anfang Juni endlich wieder das Kölner Kultturnier statt. Der KKS war mit einer großen Delegation dabei. Ich persönlich wollte nach einem katastrophalen Turnier an Ostern in Krefeld wieder an meine Leistungen bei der Vereinsmeisterschaft Anfang des Jahres anknüpfen. Das Teilnehmerfeld war nicht so stark besetzt wie üblich. Favoriten auf den Turniersieg waren die erfahrenen Cordts und Bonnmann, dahinter lungerten einige junge hungrige Spieler wie z.B. Hoffmann oder die „KKS-Achse“ Schwibbert, Langner und Ich.

 

In der 1. Runde bekam ich es gleich mit einer Schachlegende zu tun. Gegen Hans-Ferdinand Stuch (Godesberger SK) durfte ich bereits 2016 spielen, damals gab es eine unglückliche Niederlage. Diesmal konnte ich mich revanchieren und einen ungefährdeten Weißsieg einfahren.

r1bqr1k1/1p1nb1pp/p1p1p3/2PpNp2/3P4/2PBPP1P/P1Q3PB/R3R1K1 w – – 1 17

(17.e4! und Weiß bricht bald am Königsflügel durch.)

 

Die erste Enttäuschung gab es für mich dann schon in Runde 2. Gegen Martin Bigott gerieten meine Zentrumsbauern schon früh unter Druck. Den ersten Schlüsselmoment gab es im 15. Zug:

rnb1k2r/p5pp/1p1q1b2/3p4/3Pp3/1Q2P1P1/PP1N2BP/R1B2RK1 w kq – 0 15

(15.Sxe4? sieht interessant aus, funktioniert aber nicht. Nach …dxe4 Lxe4 Sc6 steht der Schwarze König relativ sicher und Weiß hat nicht genug für die Figur).

Wenig später konnte ich eine Qualität zurückgeben, um zu vereinfachen und stand auf Gewinn.

6k1/R2b2pp/1p3b2/8/1P1P4/4r1P1/1P5P/5RK1 b – – 0 24

(24…Lc6? verdirbt noch nichts, aber 24…Lh3! wäre viel stärker gewesen.  Später wurde der Weiße d-Freibauer zu stark und ich musste ins Remis einwilligen.)

 

Mein nächster Gegner war Eckart Janknecht mit einer respektablen Zahl von 1780 und ein Verfechter von Albins Gegengambit (wie ich in meiner Vorbereitung entdeckte). Die Eröffnung verlief dann unklarer, als es mir recht war und mein Gegner hatte eine gute Möglichkeit.

2kr1b1r/pp3ppp/6n1/1Np1n3/2P3b1/1N2P3/PP1B1PPP/R3KB1R b – – 4 12

(der letzte Zug 11.Ld2? war schon ein Fehler, da Schwarz die Möglichkeit 11…Sh4! hat mit der Idee …Sf3+ und Schwarz steht schon etwas besser. Stattdessen kam 11…a6? Sc3 Sh4 und hier hatte ich die Ressource 13.Sd5!, wonach der Td8 den Ld2 nicht mehr angreift und …Sf3 keine Figur gewinnt. Nach 13.Sd5 steht Weiß total auf Gewinn und ich hatte auch keine Probleme es zu verwerten).

 

Somit war ich nach 3 Runden mit 2,5 Punkten wieder im Soll und traf nun langsam auch auf stärkere Gegner. Allerdings war ich froh über die Auslosung: Gegen KKS-Legende Arnd Goldenstein habe ich bisher einen guten Score. In einem 4.e3-Nimzoinder wich er bereits im 6. Zug ab von seinem üblichem Repertoire und es entstand eine interesaante Stellung mit Weißem Läuferpaar und beiderseitigen Schwächen allerdings begann ich bald, schlecht zu spielen:

r3r1k1/pp1b1pp1/1q3n1p/3p4/1P1P3B/2PB1P2/6PP/R2Q1R1K b – – 1 17

(17…Te3 ?! Ta5! Tae8 ?! und hier kann Weiß ohne Bedenken den Bauern d5 gewinnen mit 19.Lxf6 nebst 20.Txd5.)

Weiß ging an dieser Möglichkeit vorbei und später entstand diese Stellung:

2r3k1/1p1b1pp1/pq3n1p/3p4/1P1P4/2PB1P2/3Q1BPP/2R4K w – – 7 26

(Schwarz steht minimal angenehmer, aber Weiß hat immerhin das Läuferpaar. Hier geschah 26.c4?!, wonach Weiß einen Isolani auf d4 bekommt und mein Springer ein schönes Feld auf d5. In Zeitnot konnte ich dann die gegnerischen Bauernschwächen ausnutzen.)

 

Anschließend wurde ich in Runde 5 mit dem Hammerlos „belohnt“: Turnierfavorit FM Ingo Cordts. Zwar hatte ich in unserem bisher einzigen Duell klar verloren, diesmal wollte ich aber mit Weiß etwas probieren. Früh wurde ich in der Eröffnung überrascht; mit Slawisch habe ich eher nicht gerechnet.

r4rk1/ppqnbpp1/2p1pnp1/8/2BP4/1QN1PPP1/PP1B3P/1K1R3R b – – 0 14

(14…b5! oder 14…a5! Und Schwarz generiert schnell einen Königsangriff. In der Partie folgte 14…e5?, was die Diagonale für den Lc4 öffnet.)

In der resultierenden Stellung bekam ich dann auch deutlichen positionellen Vorteil, den ich dann in einen Materialvorteil ummünzen konnte:

2qb2k1/5pp1/1np3p1/p2n4/Np4P1/1B2PP2/PPQ4P/1KB5 w – – 2 28

(28.Sxb6 gewinnt einen Bauern, da 28…Lxb6? An 29.Lxd5 scheitert und nach dem Partiezug 28…Sxb6 gewinnt Weiß nach 29.Dxg6 einen Bauern.

Ich konnte sogar noch einen zweiten Bauern gewinnen und eine totale Gewinnstellung erreichen, bevor sich dann meine taktischen Schwächen offenbarten.

5k2/4qp2/2Q2np1/2b5/1pp2PPP/4P3/PPB5/1KB5 w – – 3 40

(Fast alles gewinnt hier, ich spielte aber 40.h5??, wonach 40…Lxe3! Sofort ausgleicht. In der Partie kam 40…gxh5?? 41. gxh5 Lxe3 42. Dc8+ Se8 (Kg7 h6! Und hier kann Schwarz im Unterschied zu 40…Lxe3! Nicht 40…Kh7 spielen und wird stattdessen mattgesetzt) und hier hätte 43.h6! gewonnen, z.B. 43…Lxc1 h7!. Ich spielte aber 43.Dxc4? und nach 43…Lxc1 44.Kxc1 De3+ hat Schwarz wieder gute Remischancen und obwohl Weiß noch weiterspielen kann, wurde bald Remis vereinbart.)

 

Somit war ich weiter gut im Rennen. In Runde 6 wurde mir mit Reinhard Bonnmann eine weitere KKS-Legende zugelost, aber leider wurde er krank und konnte nicht spielen. Den kampflosen Punkt nahm ich natürlich gern mit in die Schlussrunde.

 

Vor Runde 7 malte ich mir dann gute Chancen auf den Turniersieg aus! Mit 5 Punkten lag ich punktgleich mit Ingo Cordts und meinem nächsten Gegner Klaus Arlt an der Spitze. Mit einem Sieg hätte ich also Platz 2 sicher mit der Möglichkeit auf mehr. Die Partie verlief zum Glück sehr gut und ich erreichte mit natürlichen Zügen schnell eine Gewinnstellung.

2rr2k1/1bqn1pp1/p3pn1p/1pb5/4P3/P1N4P/1P1BBPP1/RQ2NR1K b – – 4 17

(17…Lb6! Und Schwarz steht bereits auf Gewinn. Die Hauptdrohung ist …Sc5 mit den Ideen …Sb3, …Sxe4 und …Txd2.18.b4 geht nicht wegen …Ld4. Weiß spielte hier 18.f3 und nach 18…Sh5 gewinnt Schwarz schon Material. Die Partie dauerte dann auch nicht mehr lange).

Somit war Platz 2 sicher und ich schaute gespannt auf die Partie von FM Cordts, der nun mit Schwarz gewinnen musste, sollte es für ihn der Turniersieg sein. Es entstand dann auch schnell eine dynamische Stellung mit beiderseitigen Chancen, Weiß hatte Königsangriff und Schwarz dafür 2 Freibauern am Damenflügel. Nach langem Kampf konnte sich der Favorit dann durchsetzen.

 

Somit stand am Ende der geteilte erste Platz für mich und es kam auf die Buchholz an. Dort hatte ich leider das Nachsehen (0,5 Punkte Unterschied), weshalb ich mich mit Platz 2 zufrieden geben musste. Dennoch ein großer Erfolg.

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