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Ford Open – Ein etwas später Nachbericht

Juli, 2022 · By Luca Klemenz

Nach einem coronabedingten Ausfall in den letzten beiden Jahren fand dieses Jahr von Ende April bis Anfang Juni endlich wieder das Kölner Kultturnier statt. Der KKS war mit einer großen Delegation dabei. Ich persönlich wollte nach einem katastrophalen Turnier an Ostern in Krefeld wieder an meine Leistungen bei der Vereinsmeisterschaft Anfang des Jahres anknüpfen. Das Teilnehmerfeld war nicht so stark besetzt wie üblich. Favoriten auf den Turniersieg waren die erfahrenen Cordts und Bonnmann, dahinter lungerten einige junge hungrige Spieler wie z.B. Hoffmann oder die „KKS-Achse“ Schwibbert, Langner und Ich.

 

In der 1. Runde bekam ich es gleich mit einer Schachlegende zu tun. Gegen Hans-Ferdinand Stuch (Godesberger SK) durfte ich bereits 2016 spielen, damals gab es eine unglückliche Niederlage. Diesmal konnte ich mich revanchieren und einen ungefährdeten Weißsieg einfahren.

r1bqr1k1/1p1nb1pp/p1p1p3/2PpNp2/3P4/2PBPP1P/P1Q3PB/R3R1K1 w – – 1 17

(17.e4! und Weiß bricht bald am Königsflügel durch.)

 

Die erste Enttäuschung gab es für mich dann schon in Runde 2. Gegen Martin Bigott gerieten meine Zentrumsbauern schon früh unter Druck. Den ersten Schlüsselmoment gab es im 15. Zug:

rnb1k2r/p5pp/1p1q1b2/3p4/3Pp3/1Q2P1P1/PP1N2BP/R1B2RK1 w kq – 0 15

(15.Sxe4? sieht interessant aus, funktioniert aber nicht. Nach …dxe4 Lxe4 Sc6 steht der Schwarze König relativ sicher und Weiß hat nicht genug für die Figur).

Wenig später konnte ich eine Qualität zurückgeben, um zu vereinfachen und stand auf Gewinn.

6k1/R2b2pp/1p3b2/8/1P1P4/4r1P1/1P5P/5RK1 b – – 0 24

(24…Lc6? verdirbt noch nichts, aber 24…Lh3! wäre viel stärker gewesen.  Später wurde der Weiße d-Freibauer zu stark und ich musste ins Remis einwilligen.)

 

Mein nächster Gegner war Eckart Janknecht mit einer respektablen Zahl von 1780 und ein Verfechter von Albins Gegengambit (wie ich in meiner Vorbereitung entdeckte). Die Eröffnung verlief dann unklarer, als es mir recht war und mein Gegner hatte eine gute Möglichkeit.

2kr1b1r/pp3ppp/6n1/1Np1n3/2P3b1/1N2P3/PP1B1PPP/R3KB1R b – – 4 12

(der letzte Zug 11.Ld2? war schon ein Fehler, da Schwarz die Möglichkeit 11…Sh4! hat mit der Idee …Sf3+ und Schwarz steht schon etwas besser. Stattdessen kam 11…a6? Sc3 Sh4 und hier hatte ich die Ressource 13.Sd5!, wonach der Td8 den Ld2 nicht mehr angreift und …Sf3 keine Figur gewinnt. Nach 13.Sd5 steht Weiß total auf Gewinn und ich hatte auch keine Probleme es zu verwerten).

 

Somit war ich nach 3 Runden mit 2,5 Punkten wieder im Soll und traf nun langsam auch auf stärkere Gegner. Allerdings war ich froh über die Auslosung: Gegen KKS-Legende Arnd Goldenstein habe ich bisher einen guten Score. In einem 4.e3-Nimzoinder wich er bereits im 6. Zug ab von seinem üblichem Repertoire und es entstand eine interesaante Stellung mit Weißem Läuferpaar und beiderseitigen Schwächen allerdings begann ich bald, schlecht zu spielen:

r3r1k1/pp1b1pp1/1q3n1p/3p4/1P1P3B/2PB1P2/6PP/R2Q1R1K b – – 1 17

(17…Te3 ?! Ta5! Tae8 ?! und hier kann Weiß ohne Bedenken den Bauern d5 gewinnen mit 19.Lxf6 nebst 20.Txd5.)

Weiß ging an dieser Möglichkeit vorbei und später entstand diese Stellung:

2r3k1/1p1b1pp1/pq3n1p/3p4/1P1P4/2PB1P2/3Q1BPP/2R4K w – – 7 26

(Schwarz steht minimal angenehmer, aber Weiß hat immerhin das Läuferpaar. Hier geschah 26.c4?!, wonach Weiß einen Isolani auf d4 bekommt und mein Springer ein schönes Feld auf d5. In Zeitnot konnte ich dann die gegnerischen Bauernschwächen ausnutzen.)

 

Anschließend wurde ich in Runde 5 mit dem Hammerlos „belohnt“: Turnierfavorit FM Ingo Cordts. Zwar hatte ich in unserem bisher einzigen Duell klar verloren, diesmal wollte ich aber mit Weiß etwas probieren. Früh wurde ich in der Eröffnung überrascht; mit Slawisch habe ich eher nicht gerechnet.

r4rk1/ppqnbpp1/2p1pnp1/8/2BP4/1QN1PPP1/PP1B3P/1K1R3R b – – 0 14

(14…b5! oder 14…a5! Und Schwarz generiert schnell einen Königsangriff. In der Partie folgte 14…e5?, was die Diagonale für den Lc4 öffnet.)

In der resultierenden Stellung bekam ich dann auch deutlichen positionellen Vorteil, den ich dann in einen Materialvorteil ummünzen konnte:

2qb2k1/5pp1/1np3p1/p2n4/Np4P1/1B2PP2/PPQ4P/1KB5 w – – 2 28

(28.Sxb6 gewinnt einen Bauern, da 28…Lxb6? An 29.Lxd5 scheitert und nach dem Partiezug 28…Sxb6 gewinnt Weiß nach 29.Dxg6 einen Bauern.

Ich konnte sogar noch einen zweiten Bauern gewinnen und eine totale Gewinnstellung erreichen, bevor sich dann meine taktischen Schwächen offenbarten.

5k2/4qp2/2Q2np1/2b5/1pp2PPP/4P3/PPB5/1KB5 w – – 3 40

(Fast alles gewinnt hier, ich spielte aber 40.h5??, wonach 40…Lxe3! Sofort ausgleicht. In der Partie kam 40…gxh5?? 41. gxh5 Lxe3 42. Dc8+ Se8 (Kg7 h6! Und hier kann Schwarz im Unterschied zu 40…Lxe3! Nicht 40…Kh7 spielen und wird stattdessen mattgesetzt) und hier hätte 43.h6! gewonnen, z.B. 43…Lxc1 h7!. Ich spielte aber 43.Dxc4? und nach 43…Lxc1 44.Kxc1 De3+ hat Schwarz wieder gute Remischancen und obwohl Weiß noch weiterspielen kann, wurde bald Remis vereinbart.)

 

Somit war ich weiter gut im Rennen. In Runde 6 wurde mir mit Reinhard Bonnmann eine weitere KKS-Legende zugelost, aber leider wurde er krank und konnte nicht spielen. Den kampflosen Punkt nahm ich natürlich gern mit in die Schlussrunde.

 

Vor Runde 7 malte ich mir dann gute Chancen auf den Turniersieg aus! Mit 5 Punkten lag ich punktgleich mit Ingo Cordts und meinem nächsten Gegner Klaus Arlt an der Spitze. Mit einem Sieg hätte ich also Platz 2 sicher mit der Möglichkeit auf mehr. Die Partie verlief zum Glück sehr gut und ich erreichte mit natürlichen Zügen schnell eine Gewinnstellung.

2rr2k1/1bqn1pp1/p3pn1p/1pb5/4P3/P1N4P/1P1BBPP1/RQ2NR1K b – – 4 17

(17…Lb6! Und Schwarz steht bereits auf Gewinn. Die Hauptdrohung ist …Sc5 mit den Ideen …Sb3, …Sxe4 und …Txd2.18.b4 geht nicht wegen …Ld4. Weiß spielte hier 18.f3 und nach 18…Sh5 gewinnt Schwarz schon Material. Die Partie dauerte dann auch nicht mehr lange).

Somit war Platz 2 sicher und ich schaute gespannt auf die Partie von FM Cordts, der nun mit Schwarz gewinnen musste, sollte es für ihn der Turniersieg sein. Es entstand dann auch schnell eine dynamische Stellung mit beiderseitigen Chancen, Weiß hatte Königsangriff und Schwarz dafür 2 Freibauern am Damenflügel. Nach langem Kampf konnte sich der Favorit dann durchsetzen.

 

Somit stand am Ende der geteilte erste Platz für mich und es kam auf die Buchholz an. Dort hatte ich leider das Nachsehen (0,5 Punkte Unterschied), weshalb ich mich mit Platz 2 zufrieden geben musste. Dennoch ein großer Erfolg.

Förderverein

Juni, 2022 · By Luca Klemenz

Aufnahmeantrag_Foerderverein

Eine Frage, die uns oft gestellt wird, ist, wie der KKS seine laufenden Kosten, wie Miete, Reinigungskosten, Kleinreparaturen, Verbandsgebühren, Übungsleitervergütungen etc. mit einem Jugendbeitrag von nur 5€ monatlich für Jugendliche finanzieren kann. Die Antwort ist einfach: ein Teil kann aus den Beiträgen getragen werden, der Hauptanteil wird durch Spenden gedeckt. Da wir die Beiträge nicht erhöhen wollen, um möglichst vielen eine Mitgliedschaft zu ermöglichen, haben wir einen Förderverein für alle Belange der Jugendarbeit gegründet. Hier können Eltern, deren Kinder an unseren Kursen und Spielabenden teilnehmen, gegen einen Beitrag ab 10€ monatlich beitreten. Wir betonen, dass dies freiwillig ist, da eine Kursgebühr kein Hindernis sein soll, das am Schach interessierte Kinder von einer Teilnahme abhält. Fragen und Beitrittsanträge an: foerderverein@hv-maric.de gesendet werden. Bei Interesse senden wir Euch gerne die Satzung zu.

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Da der Verein gemeinnützig und ein reiner Förderverein ist, d.h. ein Mitglied keine geldwerten Gegenleistungen erhält, können Spendenbescheinigung ausgestellt werden und so die Zahlungen steuerlich geltend gemacht werden. Viele Grüße, Boris

Pfingstturnier

Juni, 2022 · By Luca Klemenz

Ein spannendes Turnier ist zuende gegangen.

Am Ende siegte der Favorit Joel Schläbitz (SF Köln-Longerich) sehr souverän mit 5 aus 5. Er zeigte von allen Teilnehmern das fehlerfreiste und reifste Schach. Nur in Runde 4 gab es eine kleine Schrecksekunde, als er in Gewinnstellung gegen Philipp Ye einen Turm einstellte, was aber nicht bestraft wurde. Philipp Ye bestätigte ansonsten seine aufsteigende Form und holte sich mit 4 Siegen aus den anderen Partien einen starken 2. Platz. Auch auf Platz 3 und 4 landeten Jugendspieler vom KKS. Lars Esch spielte stark auf und verlor nur in Runde 3 nach langem Kampf gegen den späteren Turniersieger. Auch Nelson Strehse spielte vorne mit und wurde durch eine Schlussrundenniederlage noch etwas zurückgeworfen. Sebastian von Toperczer spielte nach einer längeren Schachpause mal wieder ein Turnier mit und erreichte ungeschlagen Platt 5. Jürgen Nielsen zeichnete sich durch Kampfschach aus, jede Partie wurde ausgespielt. Leider wurde so mancher Gewinn ausgelassen und so wurde es „nur“ Platz 6. Als bester „Schachanfänger“ überzeugte Ali Eshaefi mit guter Spielanlage, Platz 7.

 

 

Klassenerhalt!

Mai, 2022 · By Luca Klemenz

Zum letzten Spieltag in der NRW-Jugendliga West empfing die U20 die Schachfreunde aus Bergheim, Mitaufsteiger der Vorsaison. Und für beide Mannschaften ging es nur um eins: Den Klassenerhalt in dieser prästigeträchtigen Jugendliga. Wir haben uns in den voherigen Spielen eine gute Ausgangslage erspielt, sodass uns gegen Bergheim ein 3:3-Mannschaftsremis bereits zur Rettung reichen sollte.

Im Naturfreundehaus, unser reguläres Vereinslokal war bereits belegt, mussten wir zwar auf die Dauerbrenner Zeno und Johannes verzichten, konnten dennoch eine schlagkräftige Truppe aufbieten. Mit den 4 Routiniers Luca (Brett 1), Sebastian (3), Aaron (4) und Philipp (6), die nächstes Jahr leider alle nicht mehr dabei sind, und den „Jungtalenten“ Nelson (2) und Mark (5) waren wir gegen unsere Gäste, die auch nicht topbesetzt waren, leichter Favorit…

An allen Brettern entstanden schnell inhaltsreicheiche und spannungsgeladene Stellungen. Philipp in seiner ersten und letzten U20-Partie überhaupt hatte es an Brett 6 mit dem nominell schlechtesten Bergheimer zu tun. In einer Stellung mit heterogenen Rochaden riss er standesgemäß den gegnerischen Königsflügel auf und war drauf und dran, einen Kurzsieg einzufahren, so überlegen standen die weißen Figuren. Allerdings stellte er ohne Not einen Läufer ein und mühte sich nach einem erneuten Fehler des Gegners in einem Endspiel T + a- und b-Bauer gegen L + g-Bauer ab. Nachdem Schwarz eine Remismöglichkeit (…Lf3! und der g-Bauer kann durchlaufen, mit Remis) entging, waren die weißen Freibauern zu stark und entschieden die Partie. 1:0!

Aaron spielte wie gewohnt sehr schnell. In einem Damengambit forcierte er eine Stellung mit hängenden Bauern für Schwarz, die aber eher stark als schwach aussahen. Früh überraschte Aaron seinen Gegner mit einem aggressiven Springerausfall nach g5, der seinen Gegner sichtlich schockierte, er überlegte ganze 50 Minuten und geriet so in extreme Zeitnot. Nachdem Aaron die Stellung öffnenen konnte, gewann er einen Turm und eine handvoll Bauern für 2 Figuren. Als dann einer der Türme auf c8 auftauchte und die Dame fesselte, überschritt Schwarz die Bedenkzeit. 2:0!

Nelson wartete mit einem noch nie gesehenen Konzept auf: in einem normalen Grand-Prix-Angriff gegen Sizilianisch schob er früh den h-Bauern bis nach h5 und rochierte dann trotzdem kurz. Nach Bauerntausch auf g6 übte sein Läufer auf g5 unangenehmen Druck aus, da Schwarz die Ressource …h6 fehlte. Während das schwarze Gegenspiel am Damenflügel stockte, bekam Nelson schnell die Oberhand am Königsflügel. Am Ende gewann er mit der typischen Taktik …Sf6-e8, Lg5-e7! (und der Tf8 geht verloren) eine Qualität und wenig später auch die Partie. 3:0 und damit der sichere Klassenerhalt!

So konnten wir beruhigt auf die restlichen Bretter schauen. Bei Mark kam es zu einem Wiedersehen, sein Gegner und er waren bereits bei der letzten Mittelrheinmeisterschaft vor 6 Wochen aufeinandergetroffen. Und erneut konnte er gewinnen! In seiner Lieblingseröffnung „Russisch“ übte er schnell Druck aus und zwang den gegnerischen König zu einem Abtausch auf d2. Allerdings wurde auch sein eigener König nach d7 gezwungen. Während dieser aber schnell sicher stand, wurde der weiße von Marks Schwerfiguren gejagt. Zum Schluss gewann Mark mit einer präzisen Abfolge von Damenschachs die gegnerische Dame. 4:0!

Nun spielten nur noch Sebastian und Luca. Sebastian geriet mit Schwarz unter Druck, in einer Damengambitstellung bekam er einen Isolani auf d5, den er dann mit aktivem Figurenspiel verteidigte. Er bekam auch ein wenig Spiel gegen den weißen König, aber der Gegner behielt seinen strukturellen Vorteil. Irgendwann einigte man sich aber auf Remis. Luca musste gegen den modischen 6.d3-Spanier spielen. Mit einem gut getimten …d5! erreichte er schnell Ausgleich und gewann nach einigen Abtauschen einen glatten Bauern. Weiß bekam etwas Kompensation. Nachdem Luca einen Damentausch (mit dann glatt gewonnenem Endspiel) verpasste, war die Stellung unklar und Luca machte Remis.

Somit schickten wir unsere Gäste mit einem deutlichen und in der Höhe auch verdienten 5:1 zurück nach Bergheim. Der Klassenerhalt in der NRW-Jugendliga ist somit souverän gemeistert worden. Am Ende steht ein 4.Platz (von 7) und eine positive Gesamtbilanz (+3 +2 =1). Kurioserweise haben auch die Bergheimer trotz der deutlichen Niederlage die Klasse gehalten, da Porz etwas überraschend gegen Katernberg verlor.

Auch nächstes Jahr wird es wieder schwer werden. Einige Stützen brechen weg, aber der Kern der Mannschaft um Zeno, Johannes und Mark bleibt bestehen. Man darf gespannt sein.

 

Drama bei KKS-Blitzmeisterschaft

Mai, 2022 · By Luca Klemenz

Voller Vorfreude traten heute über 25 Schachfreunde in die Türen unseres Vereinsheim ein, um dem Spektakel „Blitzmeisterschaft“ beizuwohnen. Und es war schon alles angerichtet – natürlich auch Snacks, Kuchen und reichlich belegte Brötchen (der Dank gilt Jasper Langner, Gudrun Jakob, Philipp Ye und Severin Schöning). Alle Teilnehmer waren startklar und so startete TL Jasper Langner dieses denkwürdige Turrnier.

Das Teilnehmerfeld war sehr ausgeglichen. Bis etwa zur Hälfte des Turniers konnte sich keiner richtig vom Rest absetzen. Erwartungsgemäß spielte Vereinsikone und Blitzspezialist IM Dieter Morawietz ganz oben mit. Er leistete sich ungewöhnlich früh eine Niederlage gegen Favoritenschreck Marcel Singh, konnte dann aber das wichtige Duell mit dem neben ihm einzigen weiteren Titelträger FM Oliver Stork gewinnen. Es sollte nicht der letzte Kampf zwischen beiden sein…

Oliver Stork verlor ebenfalls gegen Marcel Singh und musste die anderen Partien gewinnen, um Kontakt zur Spitze zu halten, was ihm auch gelang. Vor der 20-Minütigen Pause nach Runde 8 sah es folgendermaßen aus: 1.Morawietz mit 7 Punkten, 2.Stork aus 6. Dahinter eine Schar gut aufspielender Verfolger.

Nach der Pause dann der Paukenschlag. Der starke Jugendliche Victor Kruse entschied seine Weißpartie gegen Morawietz für sich und verschärfte den Kampf an der Spitze. Nun hatte er sogar selber noch Chancen auf einen Turniersieg! Allerdings zeigten Morawietz und Stork ihre ganze Klasse und lieferten sich ein packendes Duell um Platz 1. Von Runde 10 an standen sie punktgleich an der Tabellenspitze und in den folgenden Runden waren sie unter Druck – sollte einer auch nur einen halben Punkt abgeben, könnte der andere davonziehen.

Es kam, wie es kommen musste: Beide gewannen ihre letzten 6 Partien und beendeten das Turnier mit 13/15! Zur Freude der anderen Teilnehmer, war doch bei Punktgleichstand eine Armageddonpartie vorgesehen. Stork spielte mit Weiß und musste gewinnen, um den Turniersieg klarzumachen, was ihm nach hartem Kampf dann auch gelang! Als Belohnung gab es neben dem fetten Preisgeld auch einen sehenswerten Pokal.

Turnierüberraschung Victor Kruse hatte schon vor der entscheidenden Runde den 3.Platz sicher und kam letztendlich auf 11,5/15 Punkte. Ein toller Erfolg, wenn man die starke Konkurrenz berücksichtigt.

Den Jugendpreis gewann Luca Klemenz, der nach einem schwachen Start nach Runde 8 nur im Mittelfeld rangierte, dann aber eine Aufholjagd startete und nach der Pause ungeschlagen blieb. In der Endabrechnung 10/15 und noch Platz 4. Erfreulich war auch das gute Abschneiden anderer KKS-Jugendlichen wie Philipp Ye oder Lars Esch, die beide ein sehr gutes Turnier spielten. Gudrun Jakob konnte heute ihre Blitzfertigkeiten unter Beweis stellen und erreichte 6 Punkte (inoffizieller Frauenpreis). Levi Filippov war heute mit weitem Abstand der jüngste Teilnehmer, war aber nicht ganz chancenlos und gewann immerhin 2 Partien.

 

Spiele, Spaß und Spräufergabeln

Mai, 2022 · By Luca Klemenz

Gestern lud der KKS erstmalig zum Hoppelpoppelturnier. Hoppelpoppel, so heißt nicht nur eine Berliner Kultspeise mit Bratkartoffeln und Speck, sondern auch eine verrückte Schachabart. Läufer schlagen wie Springer („Linger“) und Springer wie Läufer („Spräufer“). Ansonsten normale Schachregeln!

[fen] N4rk1/p1p1nbpp/1q3p2/3QpP2/3b4/1P2B2P/P5P1/2RR2K1 w Qq – 0 1 [/fen] (typische Hoppelpoppelstellung)

Gespielt wurden 7 Runden Schweizer System. In dem mit 16 Teilnehmern breiten Teilnehmerfeld fanden sich erfreulicherweise viele junge Schachfreunde, Favoriten auf den Turniersieg waren allerdings die beiden ältesten Teilnehmer Max Ufer und Jasper Langner, die sich im Vorfeld schon etwas mit Hoppelpoppel beschäftigt hatten. Beide spielten auch vorne mit, es gewann jedoch überraschend, aber ziemlich souverän Schachartengenie Philip Trebst. Er holte 6,5 aus 7 und konnte sich über ein Preisgeld von 30 Euro freuen. Jasper Langner erreichte Platz 2 (15€). Turnierüberraschung Lars Esch zeigte sich taktisch auf der Höhe und wurde mit einem starken 3. Platz und 10€ belohnt, während Max Ufer mit Rang 4 leben musste. Der nächstplatzierte, Jugendlegende Viktor Zaika, schob sich durch einen Schlussrundensieg noch auf den 5.Platz und gewann damit die Kategorie „bester Jugendlicher U20“. Zum Schluss kündigte er an, die 5 Euro Preisgeld in einen Döner investieren zu wollen. Allerdings hatte so mancher Teilnehmer nach diesem außergewöhnlichen Turnier auch sicher Hunger auf einen deftigen Hoppelpoppel-Eintopf…

Spielen kann man die Schachart übrigens auf Pychess: https://www.pychess.org/

 

Samstag geht es dann weiter mit der großen Blitzmeisterschaft.

Ernüchterung Pur – KKS 2 in Holsterhausen

April, 2022 · By Luca Klemenz

Gestern fand das Nachholspiel der zweiten Mannschaft gegen die sympathischen Schachfreunde aus Essen-Holsterhausen statt. Gespielt wurde bedingt durch eine Spielverlegung aufgrund eines Corona-Ausbruchs in unserer Mannschaft an einem Donnerstag um 18:15 (für einen Mannschaftskampf eine wirklich sehr ungewöhnliche Zeit) im „Fachgeschäft für Stadtwandel“ im Herzen Holsterhausens. Dass dieser Mannschaftskampf überhaupt stattfindet, ist dem großen Sportsgeist unserer Gegner „geschuldet“, die einer Verlegung zugestimmt haben, anstatt einen kampflosen 8:0-Sieg einzustreichen.

Wir (Boris, Martin, Jasper, Christoph, Ich (Luca), Peter, Arnd, Thomas G.) reisten mit dem Auto an, und bis auf den obligatorischen, einkalkulierten Stau in Köln gab dies auch keine Probleme. Nur ärgerlich, dass wir für einen Besuch des direkt am Spiellokal gelegenen Holsterhauser Marktes ca. 10 Minuten zu spät kamen…

Sportlich standen wir mit dem Rücken zur Wand. Mit 2 Unentschieden und 3 Niederlagen aus 5 Saisonkämpfen standen wir vor dem Mannschaftskampf auf einem Abstiegsplatz, und unser heutiger Gegner ist eher eine der stärkeren Ligamannschaften.

 

Nach ca. 2 Stunden war Peter als erster fertig. Sein bestens aufgelegter Gegner (bisher 4 Siege in 4 Saisonspielen) zeigte gegen Peters Igel-Aufbau druckvolles Spiel und gewann am Ende durch eine Taktik Material.

0-1

Ich eröffnete heute mit 1.e4. In der Vorbereitung ist mir nicht entgangen, dass mein voraussichtlicher Gegner die wirklich sehr zweifelhafte Variante e4 c6 d4 d5 c5 Sa6(?) spielt. Ich bekam im Spielverlauf alles, worauf Weiß in dieser Variante hofft (Raumvorteil, bessere Bauernstruktur, bessere Leichtfiguren, überragendes Spiel auf den schwarzen Feldern, schwarzer König im Zentrum) und kurz bevor ich zum entscheidenden Schlag am Königsflügel ansetzte, gab mein Gegner auf. Die Schlusstellung:

[fen] 2r2kn1/1r1q1p2/p1p1p1p1/p1PpP1BP/3NbQP1/1PP5/P6R/5RK1 b – – 0 29 [/fen]

Welch Befreiungsschlag nach einigen bitteren Niederlagen!

1-1

Christoph spielte mit Schwarz 1.c4 e5, und in der resultierenden Drachenstruktur mit vertauschten Farben griff er an einigen Stellen fehl. Als ich den gegnerischen Springer auf seinem „Traumfeld“ c5 sah, sah es schon sehr unangenehm für Christoph aus. Seinen Positionsvorteil konnte sein Gegner dann auch souverän nach Hause bringen.

1-2

Auch Martin geriet schon früh in der Partie unter Druck. Irgendwann musste er einen Bauern abgeben, der sich im Endspiel dann leider als entscheidend erwies.

1-3

Unsere Jugendhoffnung Jasper spielte gegen einen sehr erfahrenen Gegner, der ihn dann auch mit seiner Eröffnungswahl (abgelehntes Damengambit) überraschte. Wieder war die ganze Vorbereitung dahin! Allerdings kannte Schwarz sich nicht gut aus und geriet gegen die giftige 5.Lf4-Variante schon schnell in Entwicklungsrückstand und sein König blieb im Zentrum stecken. Verzweifelt opferte er eine Figur für 2 Bauern, aber es half nichts. Wieder ein Auswärtssieg für unseren Topscorer!

2-3

Ersatzmann Thomas hatte sich seinen Einsatz durch eine hervorragende Leistung bei der Vereinsmeisterschaft redlich verdient. Heute spielte er gegen einen nominell in etwa gleichstarken Gegner. Mit Schwarz erhielt er schnell Ausgleich und bequemes Spiel, aber nie mehr.

2,5-3,5

Nun spielten noch Boris und Arnd. Aus diesen beiden Partien brauchten wir jetzt noch 1,5 Punkte für einen Mannschaftspunkt und es sah vielversprechend aus. Boris‘ erfahrene Gegnerin stand schon früh einfach schlecht. Leider traf Boris in Zeitnot einige zweifelhafte Entscheidungen und als ein Doppelturmendspiel mit Minusbauer für Boris entstand, war die Lage schon schwierig. Am Ende zeigte seine Gegnerin überzeugende Endspieltechnik und entschied die Partie durch die aktiven Türme und vor allem die f- und h- Freibauern.

2,5-4,5

Nun war es an Arnd, Ergebniskosmetik zu betreiben. Nach zuletzt 3 Niederlagen in Folge zeigte er sich heute besser in Form und brach die Benkö-Struktur des Gegners mustergültig mit e4-e5 auf. Nach einem Damen- und Springertausch entstand auch ein Turmendspiel mit aktivem Turm auf der 7. Reihe und d-Freibauern, das schließlich einfach gewonnen war.

3,5-4,5

 

Somit stand am Ende ein knappes 3,5-4,5 auf der Anzeigetafel. Während einige unserer Spieler weiterhin nach ihrer Form suchen, haben immerhin Luca und Arnd nach längeren Durststrecken mal wieder gewonnen. Dennoch ist die Niederlage unterm Strich verdient. Nun müssen aus den verbleibenden 3 Saisonspielen unbedingt Siege her!

 

FORD OPEN NEWSTICKER

April, 2022 · By Luca Klemenz

Newsticker Ford Open

27. Ford – Open 2022

Runde 1:

Viele KKS-Siege. Jasper LANGNER (im Duell mit Ex-KKSler M. Hoferichter), Zeno PFAAR, Arnd GOLDENSTEIN, Boris MARIC und Luca KLEMENZ (gegen Schachlegende H.-F. Stuch) gewannen überzeugend. Reinhard BONNMANN benötigte für seinen Angriffssieg etwas mehr Zeit. Mark KRENZEL stellte nach guter Spielführung gegen seinen ehemaligen Trainer M.Wolff leider noch einen Turm ein, auch Thomas PRENZEL musste nach langem Kampf die Waffen strecken. Chancenlos blieben Max UFER und Friedrich MARIC. Yannick RENZ kam zu einem kampflosen Sieg, während Gudrun JAKOB durch frühes Handyklingeln verlor. Zu einem Achtungserfolg kam Philipp YE, bei seinem ersten Turnier spielte er gegen Ford-Legende H.Löffler gut mit und wurde mit einem Remis belohnt.

Runde 2:

Favoritensiege, aber auch einige Überaschungen. Luca KLEMENZ patzte in einem gewonnenen Endspiel und musste ins Remis einwilligen, Boris MARIC verlor gar noch durch einen Mattangriff. Dagegen setzten sich Arnd GOLDENSTEIN, Reinhard BONNMANN und Jasper LANGNER souverän durch und stehen nun bei 2 aus 2.

[pgn]

[Event „Ford-Open“]
[Site „Köln“]
[Date „2022.05.03“]
[Round „2“]
[White „Schwark, Mario“]
[Black „Bonnmann, Reinhard“]
[Result „0-1“]

1. d4 Nf6 2. c4 g6 3. Nc3 Bg7 4. e4 0-0 5. Be2 d6 6. Be3 {Eine Modevariante, die u.a. von Grischuk im FIDE-Grand Prix gegen Nakamura gespielt wurde.} c5 7. d5 e6 8. h4 exd5 9. exd5 h5 10. f3 Re8 11. Qd2 Nbd7 12. 0-0-0? { Weiß hat schon einige unlogische Züge gemacht, dieser Zug bringt ihn aber erst richtig in Schwierigkeiten } Ne5 { …a6 wär auch sehr stark gewesen } 13. Bh6 Bh8 14. Bg5 b5! {Ein kraftvolles Bauernopfer.} 15. Nxb5 Qb6 16. Nh3 Rb8 17. Nf2 Bd7 18. Bxf6 Bxf6 19. Ne4 Bg7 20. Nbxd6 Ba4 { …Sd3!+ gewinnt noch schneller: 21.Lxd3 (erzwungen) Lxb2+ und Schwarz wird die Dame gewinnen. } 21. Nc3 Bh6 22. Nxe8 Qxb2 0-1

[/pgn]

Zeno PFAAR wurde vom starken A.Kuhn überspielt und war chancenlos, während Mark KRENZEL die Schmach der 1.Runde wieder gutmachte und remisieren konnte. Philipp YE zeigte gegen A.Gerdau gute Vorbereitung und knöpfte wie auch in Runde 1 dem hohen Favoriten einen halben Punkt ab. Gudrun JAKOB war heute erneut ohne Chance. Auch Yannick RENZ musste eine Niederlage hinnehmen. Max UFER knöpfte an seine guten Turnierleistungen vom Krefelder Weihnachtsopen an und gewann gegen einen höherbewerteten Gegner. Friedrich MARIC hatte Pech (oder Glück) und gewann kampflos.

 

Runde 3:

Reinhard BONNMANN verdarb eine gute Stellung leider noch zum Remis. Im direkten Mannschaftsduell trennten sich Jasper LANGNER und Arnd GOLDENSTEIN ebenfalls friedlich. Alle 3 Spieler sowie Luca KLEMENZ nach einem souveränen Sieg stehen nun bei 2,5 Punkten. Boris MARIC gewann nach nervenaufreibendem Kampf gegen den starken N.Türkkan. Zeno PFAAR gewann in einem weiteren KKS-Duell gegen Max UFER. Philipp YE und Yannick RENZ gelangen überraschende Siege gegen starke Konkurrenz. Gudrun JAKOB mit einem kampflosen Sieg.

 

Runde 4:

Reinhard BONNMANN mit einem souveränen Schwarzsieg gegen den bis dahin alleinigen Tabellenführer. Luca KLEMENZ gewinnt im direkten Mannschaftsduell gegen Lieblingsgegner Arnd GOLDENSTEIN. Etwas später war Jasper LANGNER fertig, auch er gewann vor allem dank seiner guten Vorbereitung. Boris MARIC musste leider mit einem Remis zufrieden sein. Die Überraschung der Runde gelang Mark KRENZEL, er zeigte gegen N.Türkkan seine taktische Stärke und sackte den vollen Punkt ein! Philipp YE leider ohne Chance gegen den starken O.Gutt. Gudrun JAKOB konnte heute ihre erste Partie on diesem Turnier gewinnen. Auch Thomas PRENZEL war siegreich gegen einen starken Jugendspieler.

Runde 5:

Luca KLEMENZ verdarb eine Gewinnstellung gegen FM I.Cordts zum Remis. Jasper LANGNER auch mit Remis in Gewinnstellung gegen den starken S.Hoffmann. Reinhard BONNMANN holte nichts raus und der Gegner fand ein Dauerschach mit Springer und Turm. Alle 3 Spieler stehen weiterhin an der geteilten Tabellenspitze. Arnd GOLDENSTEIN und Boris MARIC mit souveränen Siegen, damit schließen sie zur Spitze auf. Gudrun JAKOB hatte im direkten KKS-Duell gegen Zeno PFAAR keine Chance. Philipp YE stellte leider in guter Stellung die Qualität ein und damit die Partie. Auch Mark KRENZEL mit einer Niederlage.

Runde 6:

Jasper LANGNER verzockte sich am Spitzenbrett gegen FM I.Cordts in guter Stellung und verlor noch. Luca KLEMENZ gewann kampflos gegen Reinhard BONNMANN. Boris MARIC (Remis) und Arnd GOLDENSTEIN (Niederlage) konnten leider nicht zur Spitze aufschließen. Im Duell um den Jugendpreis setzte es für Zeno PFAAR eine krachende Weißniederlage gegen J.Matzner. Auch Mark Krenzel war heute ohne Chance, nach schwacher Partievorbereitung. In den vereinsinternen Duellen gewannen Ralf KÜHLWEIN gegen Gudrun JAKOB und Edgar GAIL gegen Friedrich MARIC. Yannick RENZ und Philipp YE mit schönen Siegen.

Dem Sieg ganz nahe – Nachbericht Zweite

April, 2022 · By Luca Klemenz

Heute baten wir die starke Mannschaft vom Oberhausener SV zum „Heimkampf“ – dieses Mal nicht in unserem Vereinsheim, sondern in der alten Kultstätte im Naturfreundehaus. Ein gutes Omen? Auf dem Papier waren wir an fast allen Brettern klarer DWZ-Außenseiter. Als Schachgroßmeister Vlastimil Hort ,ehemaliger Weltklassespieler und Weltranglistensechster, aus seinem Auto stieg und den Blick vertikal auf die Naturfreunde richtete, rieben wir uns verwundert die Augen (da er bisher nur einmal in dieser Saison antrat).  Dass es heute besonders schwierig werden wird mit einem Punktgewinn gegen den Aufstiegskandidaten, war uns mit diesem Paukenschlag an Brett 2 besonders klar… Hätten wir ein 4-4 vor dem Mannschaftskampf unterschrieben? Auf jeden Fall. Hätten wir ein 4-4 nach dem heutigen Spielverlauf unterschrieben? Wohl eher nicht…

Das Match ging sehr gut für uns los. An den ersten 4 Brettern konnten wir die nominelle Übermacht der starken Oberhausener erstaunlich gut neutralisieren. Jasper konnte wie so oft seinen Gegner in der Eröffnung überraschen, schätzte dann leider einige Taktiken falsch ein und entkam letztendlich doch mit einem souveränen Remis im ungleichfarbigen Läuferendspiel. Auch Jörg teilte früh die Punkte. In einer geschlossenen Stellung geriet er etwas unter Druck, mehr als ein kleiner Vorteil war für seinen Gegner aber nie drin.

Ganz nah dran an der Riesenüberraschung war Boris, der sich in einer Nimzoindisch-Theorievariante mit Schwarz besser auskannte als sein hochkarätiger Gegner IM Marcel Becker und mit einer klaren Mehrqualität aus der Eröffnung kam. Im Verlauf der Partie erreichte er eine Gewinnstellung, zog aber dann in Zeitnot die Sicherheitsoption mit dem Remis. Dennoch ein beachtliches Ergebnis zum 1.5-1.5! Martin, der zunächst zum falschen Spiellokal (am Barborassaplatz) gereist ist, war sicherlich erstaunt, als er 10 Minuten zu spät zur Partie eintrudelte und als Gegner Vlastimil Hort begrüßen durfte. Es ergab sich ein offener Kampf mit guter Initiative für Martin.

Auch an den hinteren Brettern gestaltete sich das Match kämpferisch und offen. Luca dürstete es nach einem Sieg. Er erreichte Vorteil in einem Gligoric-Königsinder und lehnte ein Remisangebot seines Gegners ab. Christoph stand mit Schwarz etwas gedrückt, aber noch keinesfalls schlecht. Gute Chancen rechneten wir uns auch an den letzten beiden Brettern aus. Topscorer Joachim bekam auch heute eine vielversprechende Stellung, Peter gewann früh das Läuferpaar in einer dynamischen Mittelspielstellung.

Plötzlich ging alles ganz schnell: Joachim konnte seine Topform bestätigen. Seine Initiative am Königsflügel war überwältigend, der Mattangriff nicht zu verhindern. 2.5-1.5! Christophs Gegner baute seine Druckstellung aber immer weiter aus und konnte schnell zu unseren Ungunsten zum 2,5:2,5 ausgleichen. Martin brachte uns dann erneut in Führung. Wenn er erstmal gefährliche Initiative bekommt, kann ihn selbst eine Schachlegende wie Hort nicht stoppen. Sicherlich auch ein Befreiungsschlag für ihn ganz persönlich und ein unvergesslicher GM-Skalp für unsere Nummer 2. Mit dem 3.5-2.5 hatten wir hervorragende Aussichten auf den Mannschaftssieg.

Es spielten noch Peter und Luca. Peter bekam zwischenzeitlich großen Vorteil im Turmendspiel, konnte dann aber den Sack nicht zumachen. Zumindest war mit dem 4-3 schon einmal mindestens ein Zähler eingetütet.

Bei Luca gab es eine wilde Zeitnotschlacht:

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r5k1/3R3p/6p1/1NB1b3/2n1P3/8/P5PP/6K1 w – – 1 35
[/fen]

Weiß hat 2 Mehrbauern, aber muss aufpassen, dass der schwarze Turm nicht aktiv wird. Am einfachsten ist 35.La7! und der Turm kommt nicht nach a2. Weiß spielte stattdessen mit der selben Idee 35.Sa7? und wurde von 35…Tb8! kalt erwischt. 4 Züge stellte er dann leider auch noch den Läufer ein und musste ein trostloses Endspiel T+3 Bauern gegen T+S+Bauer halten, was ihm letztendlich nicht gelang.

Somit konnten unsere Gäste noch mit einem durchaus schmeichelhaften 4:4 zurück an den Niederrhein fahren. Auch wenn wir mit dem Punkt gegen den starken Gegner leben können, wäre letztlich mehr drin gewesen. Um die Chance auf den Klassenerhalt zu wahren, müssen im nächsten Spiel in Holsterhausen definitiv Punkte her!

 

 

 

Trio dominiert Blitzturnier – Deutscher Meister zu Besuch

April, 2022 · By Luca Klemenz

Die im Vereinsheim versammelten Schachfreunde staunten nicht schlecht, als ein junger Spieler die Räume betrat… und er entpuppte sich schnell als starker Schachspieler: FM Oliver Stork, vor ca. 1,5 Jahren Deutscher Meister U18 geworden, wollte sich das Spektakel „Vereinsabend“ nicht entgehen lassen. Schnell organisierte TL Jasper Langner ein Blitzturnier, das natürlich gut besucht war: Wer lässt sich auch die Chance entgehen, am Brett gegen einen Deutschen Meister zu spielen?

Das Blitzturnier war hinten sehr ausgeglichen. Die inzwischen routinierten Blitzspieler Philipp Ye und Max Ufer erzielten ansprechende Ergebnisse. Altmeister Reinhard Bonnmann spielte wie üblich hervorragendes Schach, vergaß aber leider öfters den Blick auf die Uhr bzw. auf eigene hängende Figuren.

Vorne setzten sich schnell drei starke Spieler ab: Der Bonner „Remiskönig“ Florian Meinecke zeigte heute eine andere Seite und gewann 11 von 13 Partien. Luca Klemenz zeigte sich nach seinem katastrophalen Turnier in Krefeld bestens aufgelegt und auch er gewann Partie für Partie. Das wichtige direkte Duell gegen „Angstgegner“ Meinecke konnte er für sich entscheiden. Auch Turnierfavorit Oliver Stork spielte erwartungsgemäß vorne mit. Das Duell mit Klemenz beendete er nach kämpferischem Spielverlauf mit einem überraschenden Mattangriff und insgesamt gab er nur einen halben Punkt ab.

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