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Deutschland ist Weltmeister! Zumindest auf 64 Feldern
Juni, 2026 · By Luca Klemenz
Manchmal kommt es anders als geplant. Ursprünglich sollte sich die KKS-Weltmeisterschaft über zwei Freitage erstrecken. Doch wie so oft im Leben setzte sich am Ende die praktische Vernunft durch. Und so wurde das gesamte Turnier an einem einzigen Tag ausgetragen.
Ein langer Tag war es ohnehin.
Schon am Vormittag zeigte das Thermometer Werte, die man früher höchstens aus südlichen Urlaubsländern kannte. Jenseits der 30 Grad bewegte sich die Quecksilbersäule, und das wohlgemerkt im Juni. Früher, so möchte man meinen, hatte der Sommer noch Anstand und erschien schrittweise. Heute kommt er wie ein schlecht gelaunter D-Zug ohne Halt durch den Bahnhof gerauscht.
Während drinnen konzentriert Figuren über die Bretter geschoben wurden, entluden sich draußen immer wieder eindrucksvolle Gewitterfronten. Es blitzte, donnerte und prasselte, als wollten die Wettergötter persönlich ihren Kommentar zum Turniergeschehen abgeben. Im Vereinsheim jedoch wurde unbeirrt weitergespielt. Schachspieler gelten bekanntlich als wetterfest, solange das Dach dicht hält.
Zur Qualifikationsphase versammelten sich insgesamt 23 Teilnehmer beziehungsweise 23 Nationen, um die 16 Plätze für die K.-o.-Runde auszuspielen. Überraschungen blieben zunächst weitgehend aus.
Brasilien, vertreten durch FM Nelson Strehse, tanzte sich mit südamerikanischer Leichtigkeit durch die Vorrunde und sammelte beeindruckende 7,5 Punkte aus 9 Partien. Wie die berühmten Ballkünstler vom Zuckerhut schien auch seine Armee stets einen Zug mehr zu kennen als die Konkurrenz.
Deutschland, vertreten durch FM Oliver Stork, ließ ebenfalls früh erkennen, dass mit der schwarz-rot-goldenen Delegation zu rechnen sein würde. Zwar traf die deutsche Mannschaft leicht verspätet ein – eine Eigenschaft, die man eigentlich eher anderen Nationen zuschreibt –, doch mit 6,5 Punkten aus lediglich acht Partien wurde der zweite Platz souverän gesichert. Effizienz bleibt eben eine deutsche Kernkompetenz.
Ebenfalls sechs Punkte erreichten Kroatien mit Reinhard Bonnmann sowie Argentinien mit Osama Alsoliman. Die Argentinier spielten dabei temperamentvoll und kreativ, während die Kroaten wie gewohnt unangenehm zäh zu überwinden waren.
Auch die Elfenbeinküste unter Turnierorganisator Jasper Langner qualifizierte sich souverän für die Endrunde. Dazu kamen die Jugendvertreter Ben Ihle als Niederlande und Jakub Praszczalek als Portugal. Beide Nationen präsentierten sich frisch, dynamisch und mit erfreulich wenig Respekt vor großen Namen.
Weiter hinten sorgten Ägypten mit Tim Ihle sowie Kap Verde mit Michael Lucena für positive Überraschungen. Beide Länder befinden sich bekanntlich auch bei der echten Fußball-Weltmeisterschaft in bemerkenswerter Verfassung. Offenbar weht derzeit ein günstiger Wind über den afrikanischen Kontinent.
Weniger erfreulich verlief das Turnier für die Türkei, die abgeschlagen den vorletzten Rang belegte. Erstaunlicherweise erinnerte dies ein wenig an die jüngsten Ereignisse auf den tatsächlichen Fußballplätzen dieser Weltmeisterschaft.
Auch einige Geheimfavoriten mussten früh die Segel streichen. Norwegen schied aus, obwohl man dort seit Jahren von goldenen Generationen spricht. Österreich verabschiedete sich ebenfalls vorzeitig. Das wiederum dürfte den deutschen Beobachter traditionsgemäß nicht völlig unberührt gelassen haben.
Mit genau vier Punkten rettete sich schließlich Armin Taban als Saudi-Arabien auf den letzten Qualifikationsplatz. Die Nation passte hervorragend zu ihm, nachdem er erst kürzlich aus einem Urlaub im Wüstenreich zurückgekehrt war. Das Scheichgewand, welches zeitweise zur allgemeinen Erheiterung präsentiert wurde, verlieh der Delegation zusätzliche Authentizität.
Im Achtelfinale wartete allerdings sofort die denkbar schwierigste Aufgabe. Gegen Vorrundensieger Brasilien war für Saudi-Arabien nach einem klaren 0:2 Endstation.
Auch Deutschland ließ im Achtelfinale keine Zweifel aufkommen und besiegte die Schweiz von Lucas Bracher mit 2:0. Deutsche Gründlichkeit setzt sich eben oft schon in den frühen Runden durch.
Die übrigen Begegnungen verliefen deutlich knapper. Die Elfenbeinküste musste gegen Uruguay von Arnd Goldenstein bis ins Armageddon gehen. Auch Daniel Tupac, der die Farben Kolumbiens vertrat, rang Schottland erst nach dramatischem Verlauf nieder. Und Argentinien benötigte ebenfalls alle Reserven, um das stark aufspielende Ägypten von Tim Ihle aus dem Wettbewerb zu nehmen.
Mit fortschreitendem Turnier verdichtete sich jedoch der Eindruck, dass sich die beiden großen Favoriten tatsächlich bis ganz nach vorne durchspielen würden.
Und so kam es.
Brasilien marschierte weiter mit jener Mischung aus Eleganz und Selbstverständlichkeit, die man von südamerikanischen Großmächten erwartet. Im Halbfinale wartete das traditionsreiche Duell gegen Argentinien. Ein echtes Nachbarschaftsderby voller Emotionen. Die Argentinier kämpften leidenschaftlich, gerieten mehrfach gefährlich vor die brasilianischen Linien und machten dem Favoriten das Leben schwer. Letztlich setzte sich Brasilien jedoch denkbar knapp durch, nach einem 1:1 in der „regulären Spielzeit“ und einem knappen Schwarzremis im Armageddon.
Auf der anderen Seite des Turnierbaums fegte Deutschland Kroatien mit 2:0 vom Brett. Eine Vorstellung von beeindruckender Stabilität, bei der kaum ein Zweifel am Finaleinzug aufkam.
Und dann war es soweit.
Deutschland gegen Brasilien.
Ein Finale, das selbst auf dem Fußballrasen Weltmeisterschaftsgeschichte geschrieben hätte.
Hier traf deutsche Präzision auf brasilianische Kreativität. Ordnung auf Improvisation. Gründlichkeit auf Spielfreude. Zwei Schachkulturen, zwei Kontinente, zwei Weltanschauungen.
Am Ende setzte sich Deutschland durch.
Der WM-Titel blieb im eigenen Land.
Oliver Stork besiegte Nelson Strehse und führte Deutschland zur Weltmeisterschaft auf 64 Feldern. Anschließend stemmte er den begehrten WM-Pokal in die Höhe – ganz so, wie einst Philipp Lahm im Sommer 2014 den goldenen Pokal über seinem Kopf präsentierte.
Und während draußen erneut der Donner über die Landschaft rollte und die letzten Regenwolken abzogen, stand der Weltmeister bereits fest.
Deutschland ist Weltmeister.
Zumindest bis zum nächsten Jahr.
Und das ist ja schließlich auch schon etwas.
Die große Tipperei hat begonnen
Juni, 2026 · By Luca Klemenz
Seit gestern nun auch die zweite große Begleiterscheinung der Fußball-Weltmeisterschaft offiziell ihren Betrieb aufgenommen hat, herrscht im Umfeld des KKS nicht nur rege Schach- und Fußballbeobachtung, sondern auch eine bemerkenswerte Form der Zukunftsdeuterei. Die Rede ist selbstverständlich vom WM-Tippspiel.
Nun muss ich gleich vorwegschicken, dass ich diesen modernen Vorhersageapparaturen mit einer gewissen Zurückhaltung begegne. Früher hat man Fußball geschaut, sich über ein Tor gefreut oder über einen Schiedsrichter geärgert und damit war die Angelegenheit weitgehend erledigt. Heute hingegen wird vor jedem Spieltag auf allerlei Internetplattformen herumgetippt, gerechnet, prognostiziert und spekuliert. Manchmal erinnert mich das an jene Herren auf Pferderennbahnen, die mit zerknitterten Zetteln in der Hand geheimnisvolle Zahlenkombinationen austauschen.
Dennoch erfreut sich die Tipperei beim KKS weiterhin wachsender Beliebtheit. Insgesamt haben sich bemerkenswerte 23 Vereinsmitglieder in das Abenteuer gestürzt. Davon beteiligen sich sogar 18 Personen an der geldlichen Variante der Angelegenheit. Jeder entrichtete einen Einsatz von 10 Euro, sodass gemeinsam mit einem besonders edlen Doppelzahler ein stattlicher Betrag von 190 Euro im Lostopf ruht.
190 Euro!
Eine Summe, bei der man früher einen ordentlichen Gebrauchtwagen, drei Sonntagsanzüge oder zumindest eine sehr respektable Modelleisenbahn hätte erwerben können.
Damit wurde die Beteiligung der Europameisterschaft 2024 sogar noch übertroffen. Damals waren 19 Tipper am Werk und der finanzielle Umfang bewegte sich noch in etwas bescheideneren Regionen. Die Entwicklung zeigt eindeutig: Das Vertrauen in die eigene Fußballweisheit wächst offenbar schneller als die Trefferquote.
Am Ende dürfen allerdings lediglich die ersten drei Platzierungen an die Schatztruhe herantreten. Für alle übrigen bleibt die Genugtuung, sich tapfer geirrt zu haben.
Besonders reizvoll wird die Angelegenheit durch die illustre Besetzung des Teilnehmerfeldes. Wieder mit dabei sind zahlreiche Veteranen und Großmeister der Vorhersagekunst. Namen wie „DrTippstein“, „Kölsches Orakel“ oder „El-Mama“ besitzen inzwischen beinahe legendären Klang. Man könnte meinen, man befinde sich nicht in einem Tippspiel, sondern bei einer Zusammenkunft international bekannter Wahrsager und Wetterfrösche.
Spannend wird außerdem die Frage, ob Luca „luca976“ Klemenz seinen Titel verteidigen kann. Titelverteidigungen gelten bekanntlich als schwieriges Unterfangen. Schon so mancher Champion wurde nach kurzer Zeit wieder vom Thron geschubst wie ein unvorsichtiger König im Endspiel.
Andererseits lauert mit Oliver „Sensei_Stork“ Stork ein Mann, dessen strategische Fähigkeiten am Schachbrett weithin bekannt sind. Ob sich diese Eigenschaften auch auf die Vorhersage von Fußballergebnissen übertragen lassen, wird sich zeigen. Zwischen einem korrekt berechneten Turmendspiel und einem 2:0 nach drei Platzverweisen liegt bekanntlich ein gewisser Unterschied.
Apropos Platzverweise.
Das gestrige Eröffnungsspiel hat mich in einer Weise überrascht, die ich so nicht erwartet hatte. Tore fielen beinahe in verschwenderischer Anzahl. Ständig zappelte das Netz. Kaum hatte man sich einen neuen Schluck Getränk eingeschenkt, stand schon wieder jemand jubelnd in einer Menschentraube.
Und dann diese roten Karten!
Früher genügte ein kräftiger Rempler und man schüttelte sich kurz die Hand. Gestern hingegen schien der Schiedsrichter die roten Papprechtecke beinahe im Akkord zu verteilen. Zeitweise entstand der Eindruck, als wolle er das Spielfeld schrittweise leer räumen. Das Publikum bekam jedenfalls einiges geboten, und selbst ein gelegentlicher Fußballbeobachter wie ich musste anerkennen, dass diese Begegnung einen durchaus unterhaltsamen Charakter besaß.
Während auf dem Rasen also bereits munter getroffen, gefoult und vom Platz gestellt wird, läuft auch das KKS-Tippspiel auf Hochtouren.
Und nach lediglich einem Turniertag sowie zwei absolvierten Begegnungen gibt es bereits einen ersten Mann an der Spitze der Vorhersagetabelle.
Johannes „joko5“ Theisen führt mit makellosen 8 Punkten das Klassement an.
Acht Punkte nach zwei Spielen!
Eine Bilanz, die beinahe verdächtig gut aussieht und vermutlich bereits erste Gerüchte über geheime Fußballkenntnisse hervorrufen dürfte.
Doch das Turnier ist noch jung. Zahlreiche Partien liegen vor uns. Favoriten werden stolpern, Außenseiter überraschen und mancher scheinbar sichere Tipp wird sich als sportliche Fehleinschätzung von bemerkenswerter Größenordnung herausstellen.
Der Vorhersagezirkus ist eröffnet.
Möge das beste Orakel gewinnen.
WM-Turnier 2026 – Wenn das Schachbrett zur Weltbühne wird
Juni, 2026 · By Luca Klemenz
Der Sommer der großen Fußballfestlichkeiten steht nunmehr vor der Türschwelle und wirft bereits seine langen Schattenstreifen über Feld, Flur und Vereinsgaststätte. Überall auf dem Erdenrund reden die Leute von Stadions, Fähnchenwedlern und diesen internationalen Balltretereien, bei denen elf Mann einer Lederkugel hinterherjagen. Während also die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 ihre Rasenmanöver entfaltet, wird gleichzeitig auf 64 quadratischen Feldern um Ehre, Ruhm und weltmeisterliche Würden gerungen. Willkommen beim WM-Turnier 2026. An zwei hintereinanderliegenden Freitagen verwandelt sich das KKS-Vereinsheim in eine Art Völkerarena von schachlicher Beschaffenheit. Die Schachuhren mutieren zu Anzeigetafeln, die Figuren übernehmen staatsrepräsentative Aufgaben und jedes Brett wird zu einer eigenen kleinen Weltbühne voller Spannung, Grübelei und gelegentlicher Verzweiflungsfalten. Denn wenn man die Sache einmal nüchtern durch die Lesebrille betrachtet, haben Schach und Fußball erstaunliche Verwandtschaftserscheinungen. Im Fußball – soweit ich das überblicke – gewinnt meistens die Mannschaft, die den Ball zur rechten Zeit an den rechten Ort expediert. Da gibt es überraschende Querpassierungen, strategische Umstellungen und allerlei Rasengenialitäten. Im Schach verhält es sich ganz ähnlich. Auch hier werden Gebietsansprüche geltend gemacht, Vorstöße organisiert, Verteidigungswälle errichtet und günstige Gelegenheiten mit bemerkenswerter Kaltblütigkeit eingesammelt. Der König steht dabei häufig unter einem Druckzustand, wie ihn vermutlich ein Torwart in der Nachspielminute verspürt, wenn wieder einer dieser gefährlichen Eckbälle hereinsegelt. Springer und Läufer wiederum galoppieren über das Brett wie ehrgeizige Angriffsleute auf der Jagd nach dem entscheidenden Einschussereignis. Und wie bei einer ordentlichen Weltmeisterschaft beginnt die Angelegenheit selbstverständlich mit einer Vorrundenveranstaltung. Zunächst treten sämtliche Teilnehmer in einer umfangreichen Punktesammelphase gegeneinander an. Runde um Runde wird um jeden halben und ganzen Zähler gerungen. Jede Sekunde auf der Uhr besitzt dabei beinahe staatsrechtliche Bedeutung. Gespielt wird Blitzschach mit 5 Minuten Bedenkzeit sowie einem Zuschlag von 2 Sekunden pro Zug – ein Format, das schnelle Finger, belastbare Nerven und eine gewisse Leidensfähigkeit voraussetzt. Doch nicht jeder übersteht den ersten Wetterumschwung. Nach Abschluss der Vorrunde qualifizieren sich die 32 erfolgreichsten Schachathleten für die Ausscheidungsrunde. Von diesem Zeitpunkt an gibt es kein gemütliches Zurücklehnen mehr. Jeder Fehlgriff kann zum sofortigen Heimweg führen, während jeder Sieg den Weg ein Stück weiter Richtung Gipfelstation öffnet. Sechzehntelfinale. Achtelfinale. Viertelfinale. Halbfinale. Finale.
Der Weg zum Weltmeister gleicht einer Besteigung des Großglockners bei Nebel, Gegenwind und unzureichender Verpflegung. Nur wenige gelangen weit hinauf, und ganz oben bleibt am Ende kaum Platz. Oder vielmehr: erstaunlicherweise gleich für vier. Denn diese Weltmeisterschaft geizt nicht mit Auszeichnungen. Insgesamt werden vier WM-Pokale vergeben. Vier Trophäen von glänzender Beschaffenheit. Vier Geschichten. Vier Ruhmeskapitel. Vier Gelegenheiten, sich dauerhaft in die Annalen des Vereinslebens einzutragen. Doch die eigentliche Besonderheit dieser Veranstaltung ist ein weiterer Umstand von beinahe orakelhafter Natur. Das WM-Turnier 2026 dient gleichzeitig als prophetische Vorhersagemaschine für die Fußball-Weltmeisterschaft. Jeder Teilnehmer erhält entsprechend seiner Setzlistenposition nach DWZ ein Land zugeteilt, orientiert an der FIFA-Weltrangliste und anderen internationalen Fußballtabellaritäten. Die hochgesetzten Spieler vertreten die großen Fußballmächte, während andere Nationen von mutigen Außenseitergestalten oder heimlichen Überraschungskandidaten repräsentiert werden. Plötzlich sitzt da nicht mehr bloß ein Schachspieler. Plötzlich sitzt dort Brasilien. Oder Argentinien. Oder Deutschland. Oder Spanien. Oder irgendein anderes Land, dessen Nationalelf regelmäßig Anlass zu Diskussionen in Sportsendungen liefert. Jeder Punkt wird zum Weltmeisterschaftspunkt für sein Land. Jeder Sieg lässt die Hoffnungen ganzer Völkergemeinschaften anschwellen. Jede Überraschung erzeugt Gesprächsstoff von beinahe boulevardesker Wucht. Wer übersteht die Vorrunde? Welche Nation gerät frühzeitig ins Straucheln? Wer entwickelt sich zum Geheimfavoriten mit verborgenen Reserven? Und welches Land darf am Ende den Pokal emporheben und dabei vermutlich sehr zufrieden aussehen? An zwei Freitagen werden wir Antworten auf diese weltbewegenden Fragen erhalten. Die Bretter sind geschniegelt. Die Uhren befinden sich in Bereitschaft. Die Nationen stehen in den Startlöchern. Die Weltmeisterschaft beginnt. Nicht auf dem Rasenstück. Sondern auf 64 Feldern.
FM Nelson Strehse!
Mai, 2026 · By Luca Klemenz
Mit seinem gestrigen Erfolg in der U20 hat Nelson Strehse den FM-Titel perfekt gemacht – ein Meilenstein, der beim KKS wohl niemanden wirklich überrascht. Zu konsequent verlief seine Entwicklung in den vergangenen Jahren, zu deutlich war schon lange zu sehen, dass hier ein außergewöhnlich starker Spieler heranwächst.
Zum KKS kam Nelson bereits mit acht Jahren. Schnell folgten die ersten Erfolge, unter anderem der Gewinn der Kölner U8-Meisterschaft. Früh zeigte sich dabei nicht nur sein Talent, sondern auch seine große Begeisterung für das Spiel. Schon als Kind durfte er internationale Erfahrungen sammeln, etwa bei der Jugend-Weltmeisterschaft im georgischen Batumi – für einen jungen Spieler natürlich ein besonderes Erlebnis.
Nach der Coronazeit nahm seine Entwicklung dann richtig Fahrt auf. Während viele Jugendliche zunächst Probleme hatten, wieder in den Turnierrhythmus zu finden, machte Nelson große spielerische Fortschritte. Seine Ergebnisse wurden konstanter, seine Spielweise reifer und seine Wertungszahlen stiegen schnell an.
Gefördert und begleitet wurde Nelson über all die Jahre natürlich vor allem von unserem Jugendwart Reinhard Bonnmann, der seine Entwicklung von Beginn an unterstützt hat. Einen zusätzlichen wichtigen Impuls bekam Nelsons Schach dann ab 2022, als Oliver Stork zum KKS kam und das Mittwochstraining aufbaute. Von diesem intensiven und anspruchsvollen Training hat Nelson enorm profitiert – daraus entwickelte sich über die Jahre ein sehr produktives Trainingsverhältnis.
Das große Durchbruchsjahr war schließlich 2024. Mit dem Gewinn der NRW-U16-Meisterschaft qualifizierte sich Nelson für die Deutsche Jugendmeisterschaft und spielte dort ein starkes Turnier gegen die nationale Spitze seines Jahrgangs. Gleichzeitig gelangen ihm auch im Erwachsenenbereich immer größere Erfolge – besonders der Sieg beim Krefelder Weihnachtsopen zeigte, wie stabil sein Niveau inzwischen geworden war.
Im Januar 2025 schien der FM-Titel bereits greifbar nah. Doch dann kam die verpasste Chance im Turmendspiel gegen Sonnenschein, die den entscheidenden letzten Schritt zunächst noch verhinderte. Danach folgte vielleicht keine spektakuläre Phase, aber eine wichtige: weiter trainieren, weiter Turniere spielen, weiter an kleinen Dingen arbeiten.
Parallel dazu etablierte sich Nelson endgültig in der ersten Mannschaft des KKS. Inzwischen spielt er dort an Brett 3 und gehört trotz seines jungen Alters längst zu den Leistungsträgern des Teams.
Dass dabei immer wieder besondere Leistungen möglich sind, zeigte auch sein Sieg beim diesjährigen Kölner Elo-Januarblitzturnier mit unglaublichen 17 Punkten aus 17 Partien.
Nun ist der Titel endlich da – gerade einmal eine Woche nach seinem 18. Geburtstag. Wer Nelsons Weg verfolgt hat, weiß: Dieser FM-Titel ist das Ergebnis jahrelanger Arbeit und deshalb absolut verdient.
Ersatzbusse, Endspiele und eiskalte Schneebälle – Nachbericht Solinger Karnevalsopen 2026
Februar, 2026 · By Luca Klemenz
Das Solinger Karnevalsopen ist jedes Jahr eines der ersten schachlichen Highlights – und auch 2026 machte es diesem Ruf alle Ehre. Mit rund 75 Teilnehmern ist es zwar eher ein kleineres Turnier, doch die Qualität des Feldes hatte es in sich. Neben zahlreichen starken Regionalspielern waren diesmal wieder ein IM und drei FMs am Start. Turnierfavorit war der Vorjahressieger IM Tobias Jugelt, während u.a. mit Merlin Mänken und Yusuf Amini auch zwei der stärksten Jugendspieler der Region mitmischten.
Aus dem KKS-Umfeld waren insgesamt sechs Spieler vertreten. Neben Juliano Suzuki standen vor allem fünf Namen im Fokus: Jasper Langner und Luca Klemenz, die bereits vor drei Jahren Solinger Luft geschnuppert hatten, dazu Philipp Ye, Fynn Erkelenz und Jakub „Kuba“ Praszczalek.
Das Turnier selbst ist längst ikonisch. Viele vom KKS haben hier schon gespielt – und wissen, was sie erwartet. Der obere Spielraum ist berüchtigt für stickige Luft, selbst wenn draußen – wie in diesem eiskalten Winter – Minusgrade herrschen. Hinauf gelangt man über eine steile, knarzige Treppe, die schon beim Hochgehen klarmacht: Hier wird gearbeitet. Unten gibt es einen etwas großzügigeren Spielraum und natürlich den legendären Analyseraum – laut, lebendig, voller Varianten und Diskussionen. Wer den Geräuschpegel im KKS gewohnt ist, fühlt sich hier fast heimisch. Insgesamt war das Turnier aber wie immer hervorragend organisiert. Besonders einer der Turnierleiter, Marius Fränzel, sorgte mit der nötigen Entschlossenheit für Ruhe und Ordnung, wenn es mal unruhig wurde.
Eine zusätzliche Herausforderung war in diesem Jahr die Anreise. Die Strecke Köln–Solingen war komplett gesperrt, sodass wir Bekanntschaft mit diversen Ersatzverbindungen (RE7X, RE7, RB48) und Bussen machten. Gerade am ersten Spieltag war das heikel: Die erste Runde beginnt traditionell spät und geht oft bis tief in die Nacht. Selbst bei regulärem Zugverkehr ist die Heimreise schwierig – Jasper und Luca können davon aus ihrer ersten Teilnahme ein Lied singen. Diesmal war es nicht einfacher.
Die Ergebnisse und der Turnierverlauf
Fynn Erkelenz
Fynn kam am Ende auf solide 2,5 aus 5. Nicht jede Partie war schachlich makellos, aber er zeigte großen Kampfgeist – und ab und zu war Fortuna auf seiner Seite. In Runde 3 gewann er ein eher remisliches Turmendspiel durch eine taktische Wendung, die ihm den gegnerischen Turm einbrachte. Sein sehr junger Gegner war danach so enttäuscht, dass sogar Tränen flossen. Es blieb Fynns einziger Sieg, doch erwähnenswert ist vor allem seine (einzige) Niederlage in Runde 1 gegen den späteren Turniersieger FM Pawel Grabowski – eine Partie, in der Fynn lange sehr stark dagegenhielt und durchaus Eindruck hinterließ.
Jakub „Kuba“ Praszczalek
Kuba spielte ein wechselhaftes, aber kämpferisches Turnier. Gleich in Runde 1 setzte er ein Zeichen, als er gegen FM Klaus Schmitzer ein theoretisch klares Remis-Turmendspiel (3 gegen 2) frech auf Gewinn spielte. Am Ende wurde es remis, doch das Selbstbewusstsein war da. Nach eher glücklichen 1,5 Punkten am zweiten Tag kam es zur Neuauflage des Duells mit Yusuf Amini, das es erst zwei Monate zuvor in Krefeld gegeben hatte. Mit Schwarz spielte Kuba diesmal deutlich stärker und hatte sogar Gewinnchancen. Leider stellte er noch ein – und wie gewohnt wurde es emotional, sowohl bei dieser Niederlage als auch beim anschließenden Sieg in der nächsten Runde. Unterm Strich sprang dennoch ein deutliches Elo-Plus heraus.
Luca Klemenz
Für Luca fühlte sich das Turnier stellenweise wie eine Zeitreise ins Jahr 2023 an. In Runde 1 ein unnötiges Remis gegen einen nominell schwächeren Gegner – erneut konnte eine Gewinnstellung nicht verwertet werden. Danach folgte ein Sieg gegen einen talentierten Nachwuchsspieler, ehe in Runde 3 die große Enttäuschung kam: Gegen das nächste Talent, Doruk Irtes, verspielte Luca zunächst eine gute Stellung und behandelte das Endspiel anschließend äußerst unglücklich. Mit viel Glück rettete er noch ein Remis. Nach einem weiteren, teils glücklichen Sieg endete das Turnier mit einem Theorieremis gegen Philipp Ye.
Philipp Ye
Philipp spielte insgesamt ein starkes Turnier. Nach einem souveränen Auftaktsieg traf er auf Yusuf Amini – und sah hier leider kein Land. Doch es sollte seine letzte Enttäuschung bleiben. Es folgte ein technisch sauberer Sieg gegen eines der größten weiblichen Jugendtalente Deutschlands, Daria Shynkar, bei dem Philipp im Doppelturmendspiel seine Technik unter Beweis stellte. Am letzten Tag setzte er nicht nur schachlich, sondern auch modisch ein Ausrufezeichen – im Ganzkörper-Pandakostüm. In Runde 4 gelang ihm ein sehenswerter Angriffssieg mit Schwarz, ehe er das Turnier mit dem erwähnten Remis gegen Luca abschloss. Platz 11, ein Ratingpreis und endlich ein Platz auf dem begehrten Siegerfoto – ein rundum gelungenes Wochenende.
Jasper Langner
Jasper startete ambitioniert und eröffnete das Turnier mit einem souveränen Schwarzsieg im Ragozin-Stil. In Runde 2 dann ein kleiner Dämpfer: Tom Niklas Arnz wurde eigentlich sauber überspielt, doch im entscheidenden Moment unterlief Jasper in klarer Gewinnstellung ein schwacher Zug – und er bot sofort Remis an. In Runde 3 zeigte er großen Kampfgeist: Seine Partie war die letzte im Saal, und er gewann ein ungleichfarbiges Läuferendspiel nach langem Druckspiel.
Vor der Schlüsselrunde gegen Klaus Schmitzer stellte sich die Frage nach der richtigen Antwort auf 1.e4. Inspiriert von einem sizilianischen Schaffner in der Solinger S-Bahn entschied sich Jasper mutig für Sizilianisch – wurde dann aber mit 1.d4 überrascht. Dennoch erreichte er ein starkes Remis und stand phasenweise sogar etwas besser. In der Schlussrunde bekam er schließlich „seinen“ Sizilianer – wenn auch mit Weiß – gegen den talentierten Kian Koch und gewann souverän. 4 aus 5 sind ein herausragendes Ergebnis, punktgleich mit Merlin Mänken auf Platz 3. Auch Jasper erhielt einen Ratingpreis und schaffte es – wie schon 2023 – erneut aufs Solinger Siegerfoto.
Legendäre Randgeschichten
Natürlich lebt das Karnevalsopen nicht nur von den Partien.
Im Ersatzbus wurde eine ominöse „Mische“ entdeckt – Herkunft und genaue Zusammensetzung blieben unklar. Man entschied sich weise dagegen, sie zu probieren, was vermutlich die richtige Entscheidung war.
Ein gemeinsames Restaurantessen in Solingen entwickelte sich zu einem kleinen Diskussionsmarathon. Zwischen hitzigen Debatten über Eröffnungen, Turnierorganisation, Gott und die Welt ging es plötzlich um die letzte Portion Bolognese, die fast diplomatische Verhandlungen erforderte.
Mitten in einer Runde fiel einem Spieler plötzlich ein Wandbild von der Wand – ohne Fremdeinwirkung, einfach so. Der Knall sorgte für allgemeines Zusammenzucken, der Spieler selbst nahm es mit Humor.
Und als wäre das alles nicht genug, setzte auf der Rückreise heftiger Schneefall ein. Was zunächst nach logistischer Herausforderung aussah, endete in spontanen Schneeballschlachten zwischen den Teilnehmern. Am Ende kam man mit durchnässten Schuhen, kalten Fingern – aber einem breiten Grinsen zuhause an.
Insgesamt war das Solinger Karnevalsopen 2026 wieder einmal genau das, was es sein soll: sportlich anspruchsvoll, leicht chaotisch, voller Geschichten – und einfach legendär.
Nachbericht zur DSAM
Dezember, 2025 · By Luca Klemenz
Die Deutsche Schach-Amateurmeisterschaft machte erneut Station im Maritim Hotel in Bonn – und wie schon in den vergangenen Jahren war das Turnier sehr gut besucht. Locker über 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer fanden sich ein, um an einem intensiven Schachwochenende teilzunehmen.
Die Organisation ließ kaum Wünsche offen: Der Spielsaal war ausreichend groß, auch wenn es im Laufe der Runden etwas stickig wurde – etwas, das sich bei so vielen Spielerinnen und Spielern wohl kaum ganz vermeiden lässt. Gespielt wurde wie gewohnt in sieben Gruppen von A bis G, wobei jeweils die ersten vier Bretter live per DGT übertragen wurden. Mehrere Schiedsrichter sorgten für einen reibungslosen Ablauf, und die Hotellobby bot mit ihren Sitzmöglichkeiten einen angenehmen Ort zum Analysieren, Zuschauen oder einfach zum Durchatmen zwischen den Partien.
Bereits am Donnerstag gab es mit dem DSAM-Blitzturnier ein stimmungsvolles Vorspiel. Rund 150 Teilnehmende gingen hier an den Start, darunter auch einige Spieler des KKS. Besonders erfolgreich war Luca Klemenz, der mit starken 6 aus 7 Punkten den 6. Platz belegte. Jakub Praszczalek folgte mit 5,5 Punkten auf Platz 10. Philipp Ye und Zeno Pfaar erzielten jeweils 4,5 Punkte und konnten sich – wie auch die Erstgenannten – über ein ordentliches Elo-Plus im Blitz freuen.
Auch im klassischen Turnier war der KKS mit zahlreichen Spielerinnen und Spielern vertreten. Bei der Vielzahl an Geschichten sollen zunächst die vier bestplatzierten KKS-Akteure hervorgehoben werden:
Gudrun Jakob
Gudrun sorgte in der G-Gruppe für eine echte Überraschung. Sie startete furios mit zwei Siegen, remisierte anschließend mehrfach und musste sich erst in Runde fünf geschlagen geben. Trotz dieser Niederlage war das Turnier für sie ein persönliches Erfolgserlebnis: Sie spielte an Livebrettern, begeisterte Zuschauer und Fans und zeigte phasenweise wirklich starkes und mutiges Schach. Ein Auftritt, der in Erinnerung bleibt.
Julian Stein
Julian Stein, noch nicht lange aktives KKS-Mitglied, aber sicher kein Schachanfänger, blieb in der stark besetzten C-Gruppe ungeschlagen. In einem Feld, in dem unter anderem auch Timon Lampe lange vorne mitmischte, erreichte Julian 3,5 Punkte. Das reichte am Ende „nur“ zu Platz 8 – denkbar knapp an den Preisrängen vorbei, da nur die ersten sieben ausgezeichnet wurden. Ganz leer ging er dennoch nicht aus: Für seinen richtigen Tipp auf den späteren Gruppensieger Hendrik Seifert erhielt er einen Sonderpreis.
Ben Ihle
Ben Ihle entwickelt sich langsam, aber sicher zu einer echten DSAM-Legende. Nachdem er im vergangenen Jahr in der E-Gruppe Zweiter geworden war, wagte er diesmal den Sprung in die D-Gruppe. Der Turnierstart verlief zunächst enttäuschend: Ein Remis gegen Franz-Josef Bauchmüller, nachdem Ben zwischenzeitlich klar auf Gewinn, später aber auch auf Verlust stand. Danach jedoch ließ er nichts mehr anbrennen und gewann alle restlichen Partien. In der Schlussrunde beeindruckte er mit einem instruktiven …Txf3-Motiv. Durch einen starken Endspurt – und wie durch ein kleines Wunder auch viele aufgeholte Buchholzpunkte – sicherte er sich noch Platz 2. Belohnt wurde er, wie schon 2024, mit einem Chessemy-Gutschein über 250 Euro.
Apoorv Aditya
Für Apoorv war es im Grunde das erste größere Turnier überhaupt. Er spielte wie Gudrun ebenfalls in der G-Gruppe, die bekannt ist für viele unterbewertete Spieler. Davon ließ er sich jedoch nicht beeindrucken und zeigte reifes, ruhiges und erstaunlich fehlerfreies Schach. Mit 5 aus 5 Punkten setzte er sich durch, hatte im Vergleich zu punktgleichen Konkurrenten die bessere Buchholz und gewann seine Gruppe souverän. Seine aktuelle DWZ von 917 wird sich nach diesem Turnier deutlich nach oben bewegen. Als Gruppensieger erhielt er 250 Euro Preisgeld sowie – genau wie Ben Ihle – Trophäe und Urkunde.
Diese vier Spieler trugen maßgeblich dazu bei, dass der KKS in der Mannschaftswertung einen starken zweiten Platz belegte. Als Preis gab es eine Urkunde sowie drei „Tigersprung“-Bücher. In dieser Wertung war der DSK allerdings nicht zu schlagen.
Neben all dem gab es noch einige weitere schöne und teils epische Geschichten:
Luca Klemenz
In Runde 3 traf Luca auf den Brühler Marius Gramb. Die Partie mündete tatsächlich in ein Endspiel mit Springer und Läufer gegen den König. Da dieses Mattmotiv im KKS regelmäßig trainiert wird, konnte Luca seine Technik unter Beweis stellen und das seltene Endspiel vor den Augen zahlreicher Zuschauer sauber zum Sieg führen – ein echter Hingucker.
Jürgen Nielsen
Bei einer Verlosung unter allen Teilnehmenden wurde ein stattlicher Preis vergeben: ein rund 800 Seiten starker Schach-„Schinken“ im Wert von etwa 100 Euro, der sich mit Schach im Kontext von Mathematik, Geschichte und vielem mehr beschäftigt. Als hätte der Zufall Regie geführt, gewann ausgerechnet der Uni-Professor Jürgen Nielsen dieses Buch. Lesestoff für lange Abende ist also reichlich vorhanden.
Alles in allem war die DSAM in Bonn wieder ein rundum gelungenes Turnier – sportlich anspruchsvoll, gut organisiert und voller kleiner und großer Geschichten, die das Schachleben so besonders machen.
Nachbericht zur KSV-Blitzmannschaftsmeisterschaft
November, 2025 · By Luca Klemenz
Wie schon in den Vorjahren wurde die KSV-Blitzmannschaftsmeisterschaft im traditionsreichen Liebfrauenhaus in Köln-Mülheim ausgetragen. Der vertraute Spielort bot erneut die gewohnt konzentrierte Atmosphäre: dichte Reihen an Brettern, klackernde Uhren und ein Raum voller Spieler, die im Sekundentakt Entscheidungen treffen müssen.
Ausrichter war wie üblich Schachuzipus, und Turnierleiter Jürgen Leistenschneider führte souverän und routiniert durch den gesamten Wettbewerb – klar, ruhig und mit dem Blick für das Wesentliche. Die Rahmenbedingungen waren also ideal für ein spannendes Blitzturnier.
Ein kompaktes, aber hochklassiges Teilnehmerfeld
Insgesamt 10 Teams gingen an den Start – etwas weniger als im letzten Jahr, aber keineswegs weniger stark. Für uns als KKS war das Turnier erneut ein Highlight der Saison, denn wir waren mit drei Teams vertreten und damit zahlenmäßig am stärksten.
Das restliche Feld setzte sich zusammen aus
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2 Teams von Lasker,
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2 Teams der Bergischen SF,
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sowie jeweils einer Mannschaft aus Horrem, Porz und Schachuzipus.
Durch die festgelegten vier Qualifikationsplätze waren die Chancen hoch – doch ebenso das Niveau des Feldes.
KKS 1 – Der Favorit bestätigt seine Dominanz
Unsere erste Mannschaft mit Dieter Morawietz, Jörg Raasch, Farhad Karimi und Osama Al Soliman war im Vorfeld als Favorit gehandelt, und genau so traten die vier auch auf: konzentriert, kontrollierend, kaltblütig.
Schon früh zeichnete sich ab, dass an diesem Tag niemand ernsthaft in der Lage sein würde, sie zu stoppen. Punkt um Punkt festigten sie ihre Führung und holten am Ende den souveränen Turniersieg.
Für den KKS bedeutet das erneut ein deutliches Ausrufezeichen im Blitzbereich.
KKS 2 – Junge Stärke auf Platz 3
Ein besonderer Erfolg aus KKS-Sicht war der Auftritt unserer zweiten Mannschaft, bestehend aus Luca Klemenz, Zeno Pfaar, Philipp Ye und Fynn Erkelenz.
Mit großem Kampfgeist und viel taktischem Gespür lieferten sie ein beeindruckendes Turnier ab. Sie verloren nur gegen das starke Lasker-1-Team und sicherten sich einen hervorragenden 3. Platz – damit ebenfalls die Qualifikation.
Gerade die Mischung aus Ruhe, Übersicht und jugendlichem Selbstvertrauen zeigte, wie viel Potenzial in unserer Nachwuchsriege steckt.
KKS 3 – Starker Einsatz in schwerem Umfeld
Für unser drittes Team – Arnd Goldenstein, Thomas Hofinger, Lucas Bracher und Apoorv Aditya – war es ein herausfordernder Tag. Das Feld war stark und dicht besetzt, und trotz vieler engagierter Partien reichte es am Ende nicht für eine Spitzenplatzierung.
Doch der Einsatz, die Präsenz und das Zusammenhalten innerhalb der Mannschaft unterstrichen, wie breit und lebendig unser Verein aktuell aufgestellt ist.
Abschließendes Fazit aus KKS-Sicht
Die KSV-Blitzmannschaftsmeisterschaft 2025 war für den Klub Kölner Schachfreunde ein großer Erfolg:
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Platz 1 für KKS 1
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Platz 3 für KKS 2
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Starke Teampräsenz mit drei Mannschaften
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Zwei Qualifikationen und viele sehenswerte Partien
Dank des eingespielten Ausrichterteams von Schachuzipus und der souveränen Leitung durch Jürgen Leistenschneider bot das Turnier erneut ideale Bedingungen – sowohl organisatorisch als auch sportlich.
Der KKS geht damit gestärkt aus dem Turnier heraus und blickt optimistisch auf die kommenden Wettbewerbe. Das Liebfrauenhaus bleibt für uns ein guter Boden – und wir freuen uns schon jetzt auf die nächste Ausgabe.
Nachbericht: Heusenstamm Sparkassen Open 2025
November, 2025 · By Luca Klemenz
Das Heusenstamm Sparkassen Open 2025 fand wie gewohnt in Heusenstamm bei Frankfurt statt und bot erneut hervorragende Spielbedingungen. Gespielt wurde im modernen Sportzentrum, dessen große Basketballhalle sich als idealer Turniersaal erwies. Die vorhandenen Tribünen sorgten nicht nur für eine beeindruckende Atmosphäre, sondern ermöglichten auch Eltern und Zuschauern einen komfortablen Blick auf das Geschehen – ein seltenes, aber sehr willkommenes Feature bei Schachturnieren.
Das diesjährige Sparkassen Open in Heusenstamm war erneut stark besetzt. Mehrere Titelträger mischten im A-Turnier mit, darunter die Großmeister Alexander Bagrationi und Hagen Poetsch. Für den Klub Kölner Schachfreunde ging FM Oliver Stork an den Start – für ihn quasi ein Heimspiel. Auch das passive KKS-Mitglied Jakub Praszczalek war vertreten.
FM Oliver Stork: Blitzstart und starke Vorstellung
Oliver begann das Turnier furios: 4 Punkte aus den ersten 4 Runden, darunter Siege gegen FM Alex Browning und weitere solide Gegner. In Runde 5 folgte ein souveränes Schwarz-Remis gegen den späteren Turniersieger FM Paul Hinrichs.
Die Schlüsselrunde war dann Runde 6:
Gegen GM Alexander Bagrationi stand Oliver zeitweise deutlich besser, konnte seinen Vorteil jedoch in Zeitnot nicht verwerten – das Remis war zwar ein gutes Ergebnis, fühlte sich aber ärgerlich an.
Auch in Runde 7 gegen den jungen FM Adam Baranyai-Molnar, der am Ende Dritter wurde, blieb trotz Mehrbauern im Turmendspiel nur ein Remis möglich.
Trotz der verpassten Chancen kann sich das Endresultat sehen lassen:
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5,5 Punkte aus 7
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4. Platz bei hochwertigen Gegnern
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500 € Preisgeld
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Selbst ein Sieg in der letzten Runde hätte „nur“ Platz 3 bedeutet – der Turniersieg war vorne nicht mehr erreichbar.
Ein durchweg starker Auftritt, der Oliver einmal mehr als verlässlichen Punktesammler auf hohem Niveau bestätigt.
Auszug aus der Endtabelle (Top 7)
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FM Paul Hinrichs – 6,0
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GM Alexander Bagrationi – 6,0
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FM Adam Baranyai-Molnar – 5,5
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FM Oliver Stork – 5,5
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FM Cédric Chassard – 5,5
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Daniel Hoppstädter – 5,5
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GM Hagen Poetsch – 5,5
Oliver hatte dabei einen Gegnerschnitt von 2233 und sammelte 5½ Punkte, darunter 1½ gegen Titelträger.
Jakub Praszczalek: Schwankende Form, aber klares Elo-Plus
Auch KKS-Mitglied Jakub Praszczalek war im Turnier vertreten. Sein Turnierverlauf war wechselhaft:
Mit 2,5 aus 7 blieb er hinter seinen eigenen Ambitionen zurück, vor allem ein schwacher dritter Turniertag mit 0 aus 2 kostete ein besseres Ergebnis.
Dennoch gibt es Positives zu vermelden:
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Jakub war sehr weit hinten gesetzt
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Er spielte deutlich über Erwartung
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Dadurch holte er +40 Elo und rund +10 DWZ
Ein gutes Zeichen dafür, dass seine Formkurve weiter nach oben zeigt.
Fazit
Das Heusenstamm Sparkassen Open 2025 brachte aus KKS-Sicht vor allem einen großartigen Auftritt von FM Oliver Stork, der lange um die Spitzenplätze mitspielte und am Ende verdient in die Preisränge kam.
Auch Jakub Praszczalek konnte trotz durchwachsener Ergebnisse wichtige Wertungszuwächse erzielen.
Ein insgesamt sehr gelungenes Turnierwochenende für den KKS!
Nachbericht zum Schnellschach-Grand-Prix – Saisonauftakt im September
September, 2025 · By Luca Klemenz
Der heutige Septembertag markierte den inoffiziellen Auftakt der neuen Schachsaison – wie könnte man schöner starten als mit dem Schnellschach-Grand-Prix? Zahlreiche Spielerinnen und Spieler (ca.35) traten an, um sich auf den 64 Feldern zu messen.
Eine Premiere feierte dabei Jürgen Nielsen, der erstmals als Turnierleiter agierte. Mit klarer Struktur und ruhiger Hand führte er durch die Runden und sorgte für einen reibungslosen Ablauf – ein gelungenes Debüt.
Sportlich setzte sich an diesem Tag Luca Klemenz eindrucksvoll in Szene: Mit einem perfekten Ergebnis von fünf aus fünf ließ er die Konkurrenz hinter sich. Besonders der entscheidende Sieg über Nelson Strehse in der Schlussrunde unterstrich die starke Form. Ein Start nach Maß also – und ein Ergebnis, das sich durchaus als Statement zum Saisonbeginn verstehen lässt.
Doch auch hinter der „perfekten Serie“ gab es Glanzlichter. Fynn Erkelenz erreichte hervorragende vier Punkte aus fünf Partien, darunter bemerkenswerte Siege gegen Jakub Praszczalek, Jasper Langner und Jörg Raasch. Mit dieser Leistung bewies er eindrucksvoll, dass er zu den konstantesten Spielern des Tages gehörte und seine Gegner reihenweise vor Probleme stellte.
So endete der Saisonauftakt mit einem klaren Sieger, starken Verfolgern und einer gelungenen organisatorischen Premiere. Wenn schon das erste Turnier so viel Gesprächsstoff bietet, darf man sich auf die kommenden Veranstaltungen nur freuen.
Nachbericht zum Lichtenberger Sommer 2025
September, 2025 · By Luca Klemenz
Die Sonne brannte über der ehrwürdigen Trabrennbahn Karlshorst, wo sonst nur Pferde im Takt der Hufe über die Bahn traben, diesmal aber eine Horde Schachspieler um Ehre, Ruhm und Nackensteak kämpfte. Legendär wie immer: die Theke, wo man frisch gezapftes Bier und saftige Nackensteaks bekam – ein Fest für Gaumen und Kehle. Weniger legendär: die Toiletten, die sich eher wie ein Endspiel mit zwei Minusbauern anfühlten – nur schwer zu retten.
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Die Helden und Tragödien am Brett
Nelson – Fortuna im Gepäck, Königsindisch im Repertoire
Nelson erlebte ein Turnier voller verrückter Wendungen – und oft mit Fortuna auf seiner Seite. Ein Turmendspiel mit Minusbauern? Normalerweise ungewinnbar – doch Nelson gewann es. Eine Figur im 5. Zug eingestellt? Kein Problem, am Ende trotzdem noch Remis herausgequetscht.
Besonders in Erinnerung bleibt die epische Partie gegen unseren geschätzten „Festungs-Opa“ Werner Püschel. Der baute eine undurchdringliche Verteidigung, schob seinen König stoisch zwischen f2 und g2 hin und her, und trotz aller Gewinnversuche musste Nelson einsehen: Remis.
Doch Nelson hatte im Turnier auch eine ganz neue Stärke: mit Schwarz gewann er wie am Fließband. Grund dafür seine frisch entdeckte Lieblingswaffe: Königsindisch. Damit bezwang er u. a. die Berliner Schachlegende FM Jürgen Federau und sammelte Punkt um Punkt.
In Runde 8 kam es dann auch zur Neuauflage des Jugendduells gegen CM Felix Reichmann. Damals, im Mai bei der DEM U18, war es Remis ausgegangen. Diesmal verlor Nelson – und damit auch die letzte Chance auf den Hauptpreis. Ganz leer ging er jedoch nicht aus: am Ende gab’s den 1. Jugendpreis und 150 Euro, die nicht weniger gefeiert wurden als ein Turniersieg.
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Jasper – der Mann, der Currywurst verpasste
Jasper erlebte ein Turnier wie eine Achterbahn. Die schwächeren Gegner der ersten Runden wurden souverän aus dem Weg geräumt, doch dann folgten die Rückschläge: das missglückte Eröffnungsexperiment im verzögerten Jänisch in Runde 3 und – noch schmerzhafter – der gleichermaßen katastrophale wie epische gxf7-Patzer in klarer Gewinnstellung gegen einen 2100er in Runde 6. Doch Jasper gab nicht auf. Er kämpfte sich zurück, holte einen kuriosen Glückssieg im Läuferendspiel gegen einen DWZ-losen Ukrainer und legte direkt noch einen weiteren Sieg nach. In Runde 9 dann die Tragödie: aus klarer Gewinnstellung wurde nur ein Remis – und der 1. Ratingpreis rückte außer Reichweite.
Das Sahnehäubchen seiner Karlshorster Geschichte: Jasper spielte mehrere Partien mit einer besonderen Wette im Hinterkopf. Schaffte er es, mit mehr als 1:30 Stunden Restzeit zu beenden, winkte ihm eine Currywurst. Wie zu erwarten: keine einzige Wurst wurde erbeutet. Immerhin zwang ihn das Ganze dazu, schneller zu spielen – was ihm nach eigener Aussage half, nicht ständig in Zeitnot zu geraten. Am Ende blieb es beim Bier – finanziert vom 3. Ratingpreis (100 Euro), den er selbstverständlich sofort wieder in Hopfenkaltschalen investierte.
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Johannes – Überraschungen garantiert
Johannes spielte ein richtig starkes Turnier. Gegen CM Yatskar rang er ein Remis heraus, das noch lange in Erinnerung bleiben wird. Dann die vielleicht kurioseste Szene: ein Gegner gab in völlig ausgeglichener Stellung einfach auf – wohl eingeschüchtert von der berüchtigten Johannes-Aura. Und als wäre das nicht genug, zauberte er in einer weiteren Partie in einem eigentlich verlorenen Läuferendspiel noch ein Remis aufs Brett, obwohl er die Feinheiten mit falschem Läufer und Randbauer gar nicht kannte. Wir rieben uns verwundert die Augen – Johannes schien an diesem Wochenende wirklich immer für eine Überraschung gut.
Dazu zeigte er wiederholt, wie stark er sich vorbereitete – z. B. mit dem mutigen f6-Gegenschlag gegen London, der seine Gegner direkt aus der Theorie warf.
Die letzte Runde wurde dann legendär: noch Chancen auf einen Preis, Gegnerin Pola Seemann spielte wie Speedy Gonzales, Johannes kam in Zeitnot und haute das Figurenopfer …Sxc3 aufs Brett – ein Schlag ins Wasser. Niederlage, aber für uns alle eine köstliche Szene. Unterm Strich dennoch ein fettes Plus: ca. +70 DWZ und damit gleich mehrere KKSler in der DWZ-Liste überholt – darunter gestandene Spieler wie Peter Graf.
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Luca – das urkomische Schicksal
Luca begann schwach, war zwischendurch zwei Runden verhindert, um dann wie Phönix aus der Asche zurückzukommen: nach 7 Runden stand er plötzlich bei 5 aus 5 – eine GM-Norm auf Karlshorster Art.
Dann aber schlug das Schicksal zu, und zwar mit Humor: gepaart gegen Daniel Rose. Urkomisch, weil Rose in Kreuzberg schon gegen Nelson gewonnen hatte und hier in Runde 1 gleich mal gegen Fynn verlor. Ausgerechnet gegen diesen Gegner durfte Luca antreten – und sah, wie sollte es anders sein, kein Land. Alle Elo-Punkte, die er sich vorher mühsam erarbeitet hatte, wurden gnadenlos wieder einkassiert. Karlshorst liebt seine Ironie.
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Philipp – zwischen Vorbereitung und Insektenattacke
Philipp startete mit einer Niederlage gegen 1500 und musste auch in den Folgerunden ein paar Rückschläge einstecken. Doch wie man ihn kennt, war seine Vorbereitung stets erstklassig – und so gelangen ihm auch Highlights wie der souveräne Sieg gegen Utz Lachmann. Am meisten Eindruck hinterließ jedoch das Remis gegen einen 2150er. Diese Partie wurde im lauen Berliner Winter noch lange analysiert, wobei Philipp tapfer einige Mückenstiche in Kauf nahm – Opfergeist der besonderen Art. Nach Runde 7 musste er das Turnier jedoch abbrechen – ein anderer Termin rief.
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Fynn – der Shootingstar
Fynn bestätigte seine Form aus Leverkusen eindrucksvoll. Direkt in der 1. Runde ein Sieg gegen Daniel Rose, also gleich mal ein Ausrufezeichen gesetzt. Danach viele Remis gegen stärkere Gegner – und erneut DWZ-Gewinne satt. Nach Runde 7 musste auch er aussteigen, da ein anderer Termin wichtiger war. Mit +550 DWZ allein in diesem Jahr ist er trotzdem der große Aufsteiger der Saison.
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Nebenquests und Abenteuer
Natürlich bestand der Lichtenberger Sommer nicht nur aus 64 Feldern.
Ein Highlight war der Ausflug nach Angermünde: Kopfsteinpflaster, kleine Cafés, Fachwerkhäuser – eine Kulisse, die so gar nichts mit der hektischen Berliner Turnierluft zu tun hatte. Dort spazierte man durch die Altstadt, ließ die Schachuhren hinter sich und fühlte sich fast wie im Urlaub.
Auch die Hauptstadt selbst wurde erkundet. Der Besuch im Reichstag – mit Blick über ganz Berlin von der gläsernen Kuppel – war ein besonderes Erlebnis. Dazu kamen Spaziergänge entlang des Brandenburger Tors, ein Abstecher zur Museumsinsel und das übliche Staunen über die Berliner Mischung aus Hochkultur, Dönerbuden und hupenden Taxifahrern.
Kurz gesagt: Kultur, Geschichte und Schach – eine Kombination, die perfekt zum Lichtenberger Sommer passte.
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Fazit
Der Lichtenberger Sommer 2025 hatte alles: Glückssiege, Bierinvestitionen, urkomische Paarungen, Zeitnot-Opfer, Toiletten-Katastrophen, einen Ausflug ins Idyllische und eine Currywurst, die nie gegessen wurde. Jeder Spieler schrieb seine eigene Saga – und so bleibt nur festzuhalten:
Karlshorst hat wieder einmal gezeigt, dass Schachturniere mehr sind als Zahlen und Tabellen – sie sind Geschichten, die man noch lange weitererzählt.

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