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„Ein Unentschieden noch“ – U20 in Solingen

März, 2022 · By Luca Klemenz

Gestern verschlug es unsere U20-Mannschaft in die Klingenstadt Solingen, und der Mannschaftskampf war wahrlich bis zum Ende „auf Messers Schneide…“

Die Solinger stellten ähnlich wie wir auf, mit vier erfahrenen Spielerinnen und Spielern vorne und zwei „Neulingen“  an 5 und 6. Dennoch war ich entsetzt, als ich die Aufstellung des Gegners sah, da ich mit den ersten beiden Brettern nicht gerechnet habe: an 1 die junge WFM Bashylina, die normalerweise eher gegen stärkere Spieler bzw. andere Titelträgerinnen spielt als gegen Patzer wie mich, an 2 erwartete Zeno die erfahrene Müdder.

Nach etwa einer Stunde nahmen die Partien erste Konturen an: Dominik an Brett 5 gewann schon früh eine Figur und stand überlegen. Neuzugang Angelina an Brett 6 stand in ihrer ersten Turnierpartie überhaupt aus der Eröffnung heraus etwas schlechter. Ich an 1 spielte das Russische System gegen Grünfeld und wurde vom (zurecht) aus der Mode gekommenen 7…Sa6-System und einigen späteren interessanten (sprich: schlechten) Zügen überrascht. Ergebnis: Gewinnstellung + Zeitvorteil nach 15 Zügen.

Gespannt schaute ich auch auf die Partien der drei hoffnungsvollsten KKS-Talente. Hier überzeugten insbesondere Zeno und Mark, die beide mit Schwarz gegen 1.e4 spielen mussten und ihre Lieblingssysteme Sveshnikov bzw. Russisch wählten. Beide fanden sich in den entstandenen Stellungen etwas besser zurecht und übernahmen allmählich die Initiative. Johannes an Brett 3 spielte Rossolimo gegen die junge (aber sehr erfahrene) Sereda, hier entwickelte sich ein schwerblütiger Kampf.

Plötzlich ging es Schlag auf Schlag: Dominik verwertete seine Mehrfigur souverän und brachte uns in Führung. Auch Mark verwertete seine Vorteile sicher. Plötzlich eine Überraschende 2:0-Führung! Leider konnte Johannes nicht ganz mithalten und verlor im Mittelspiel eine Figur, auch wenn er noch lange weiterspielte, war die Stellung im Prinzip hoffnungslos. Angelina verlor leider einen Bauern und nach langem Kampf schließlich auch die Partie. Doch Zeno fand einige schöne Taktiken in einer scharfen Stellung und verblieb mit Mehrqualität+Freibauer in einem Endspiel, das er gekonnt verwertete. Nach Michelle Trunz Zenos zweiter Sieg dieses Jahr gegen eine Deutsche Vizemeisterin!

Somit spielte beim Stand von 3:2 für uns nur noch ich. Ein Unentschieden hätte den Mannschaftssieg und somit den so wichtigen Klassenerhalt vorzeitig gesichert, doch… ich konnte meine Gewinnstellung nicht verwerten und übersah bereits im 19.Zug ein simples Fesselungsmotiv, wonach ich die Dame für Turm und Läufer geben musste, was aber nicht genug Kompensation gab. Die schlechte Stellung verteidigte ich mehr oder weniger gut bis zum Ausgleich, doch dann der nächste Schock, ich stellte amateurhaft einen wichtigen Bauern ein (erneut ein Fesselungsmotiv).

So fuhren wir letztendlich mit einem 3:3 zurück nach Köln. Der Klassenerhalt soll dann im Mai gegen Bergheim perfekt gemacht werden, wo uns dann wohl ein Unentschiden reicht.

 

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