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Deutschland ist Weltmeister! Zumindest auf 64 Feldern

Juni, 2026 · By Luca Klemenz

Manchmal kommt es anders als geplant. Ursprünglich sollte sich die KKS-Weltmeisterschaft über zwei Freitage erstrecken. Doch wie so oft im Leben setzte sich am Ende die praktische Vernunft durch. Und so wurde das gesamte Turnier an einem einzigen Tag ausgetragen.

Ein langer Tag war es ohnehin.

Schon am Vormittag zeigte das Thermometer Werte, die man früher höchstens aus südlichen Urlaubsländern kannte. Jenseits der 30 Grad bewegte sich die Quecksilbersäule, und das wohlgemerkt im Juni. Früher, so möchte man meinen, hatte der Sommer noch Anstand und erschien schrittweise. Heute kommt er wie ein schlecht gelaunter D-Zug ohne Halt durch den Bahnhof gerauscht.

Während drinnen konzentriert Figuren über die Bretter geschoben wurden, entluden sich draußen immer wieder eindrucksvolle Gewitterfronten. Es blitzte, donnerte und prasselte, als wollten die Wettergötter persönlich ihren Kommentar zum Turniergeschehen abgeben. Im Vereinsheim jedoch wurde unbeirrt weitergespielt. Schachspieler gelten bekanntlich als wetterfest, solange das Dach dicht hält.

Zur Qualifikationsphase versammelten sich insgesamt 23 Teilnehmer beziehungsweise 23 Nationen, um die 16 Plätze für die K.-o.-Runde auszuspielen. Überraschungen blieben zunächst weitgehend aus.

Brasilien, vertreten durch FM Nelson Strehse, tanzte sich mit südamerikanischer Leichtigkeit durch die Vorrunde und sammelte beeindruckende 7,5 Punkte aus 9 Partien. Wie die berühmten Ballkünstler vom Zuckerhut schien auch seine Armee stets einen Zug mehr zu kennen als die Konkurrenz.

Deutschland, vertreten durch FM Oliver Stork, ließ ebenfalls früh erkennen, dass mit der schwarz-rot-goldenen Delegation zu rechnen sein würde. Zwar traf die deutsche Mannschaft leicht verspätet ein – eine Eigenschaft, die man eigentlich eher anderen Nationen zuschreibt –, doch mit 6,5 Punkten aus lediglich acht Partien wurde der zweite Platz souverän gesichert. Effizienz bleibt eben eine deutsche Kernkompetenz.

Ebenfalls sechs Punkte erreichten Kroatien mit Reinhard Bonnmann sowie Argentinien mit Osama Alsoliman. Die Argentinier spielten dabei temperamentvoll und kreativ, während die Kroaten wie gewohnt unangenehm zäh zu überwinden waren.

Auch die Elfenbeinküste unter Turnierorganisator Jasper Langner qualifizierte sich souverän für die Endrunde. Dazu kamen die Jugendvertreter Ben Ihle als Niederlande und Jakub Praszczalek als Portugal. Beide Nationen präsentierten sich frisch, dynamisch und mit erfreulich wenig Respekt vor großen Namen.

Weiter hinten sorgten Ägypten mit Tim Ihle sowie Kap Verde mit Michael Lucena für positive Überraschungen. Beide Länder befinden sich bekanntlich auch bei der echten Fußball-Weltmeisterschaft in bemerkenswerter Verfassung. Offenbar weht derzeit ein günstiger Wind über den afrikanischen Kontinent.

Weniger erfreulich verlief das Turnier für die Türkei, die abgeschlagen den vorletzten Rang belegte. Erstaunlicherweise erinnerte dies ein wenig an die jüngsten Ereignisse auf den tatsächlichen Fußballplätzen dieser Weltmeisterschaft.

Auch einige Geheimfavoriten mussten früh die Segel streichen. Norwegen schied aus, obwohl man dort seit Jahren von goldenen Generationen spricht. Österreich verabschiedete sich ebenfalls vorzeitig. Das wiederum dürfte den deutschen Beobachter traditionsgemäß nicht völlig unberührt gelassen haben.

Mit genau vier Punkten rettete sich schließlich Armin Taban als Saudi-Arabien auf den letzten Qualifikationsplatz. Die Nation passte hervorragend zu ihm, nachdem er erst kürzlich aus einem Urlaub im Wüstenreich zurückgekehrt war. Das Scheichgewand, welches zeitweise zur allgemeinen Erheiterung präsentiert wurde, verlieh der Delegation zusätzliche Authentizität.

Im Achtelfinale wartete allerdings sofort die denkbar schwierigste Aufgabe. Gegen Vorrundensieger Brasilien war für Saudi-Arabien nach einem klaren 0:2 Endstation.

Auch Deutschland ließ im Achtelfinale keine Zweifel aufkommen und besiegte die Schweiz von Lucas Bracher mit 2:0. Deutsche Gründlichkeit setzt sich eben oft schon in den frühen Runden durch.

Die übrigen Begegnungen verliefen deutlich knapper. Die Elfenbeinküste musste gegen Uruguay von Arnd Goldenstein bis ins Armageddon gehen. Auch Daniel Tupac, der die Farben Kolumbiens vertrat, rang Schottland erst nach dramatischem Verlauf nieder. Und Argentinien benötigte ebenfalls alle Reserven, um das stark aufspielende Ägypten von Tim Ihle aus dem Wettbewerb zu nehmen.

Mit fortschreitendem Turnier verdichtete sich jedoch der Eindruck, dass sich die beiden großen Favoriten tatsächlich bis ganz nach vorne durchspielen würden.

Und so kam es.

Brasilien marschierte weiter mit jener Mischung aus Eleganz und Selbstverständlichkeit, die man von südamerikanischen Großmächten erwartet. Im Halbfinale wartete das traditionsreiche Duell gegen Argentinien. Ein echtes Nachbarschaftsderby voller Emotionen. Die Argentinier kämpften leidenschaftlich, gerieten mehrfach gefährlich vor die brasilianischen Linien und machten dem Favoriten das Leben schwer. Letztlich setzte sich Brasilien jedoch denkbar knapp durch, nach einem 1:1 in der „regulären Spielzeit“ und einem knappen Schwarzremis im Armageddon.

Auf der anderen Seite des Turnierbaums fegte Deutschland Kroatien mit 2:0 vom Brett. Eine Vorstellung von beeindruckender Stabilität, bei der kaum ein Zweifel am Finaleinzug aufkam.

Und dann war es soweit.

Deutschland gegen Brasilien.

Ein Finale, das selbst auf dem Fußballrasen Weltmeisterschaftsgeschichte geschrieben hätte.

Hier traf deutsche Präzision auf brasilianische Kreativität. Ordnung auf Improvisation. Gründlichkeit auf Spielfreude. Zwei Schachkulturen, zwei Kontinente, zwei Weltanschauungen.

Am Ende setzte sich Deutschland durch.

Der WM-Titel blieb im eigenen Land.

Oliver Stork besiegte Nelson Strehse und führte Deutschland zur Weltmeisterschaft auf 64 Feldern. Anschließend stemmte er den begehrten WM-Pokal in die Höhe – ganz so, wie einst Philipp Lahm im Sommer 2014 den goldenen Pokal über seinem Kopf präsentierte.

Und während draußen erneut der Donner über die Landschaft rollte und die letzten Regenwolken abzogen, stand der Weltmeister bereits fest.

Deutschland ist Weltmeister.

Zumindest bis zum nächsten Jahr.

Und das ist ja schließlich auch schon etwas.

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