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4:4 nach Rückstand! Die II. holt nächsten Zähler gegen Kleve

Februar, 2022 · By Jasper Langner

Nach drei ausgefallenen bzw. verlegten Spielen hintereinander war die Vorfreude auf den Ligabetrieb nicht zu verneinen. Gegen die Gastmannschaft SK Turm Kleve, die mit einem Sieg und zwei Niederlagen gestartet sind, wurde eindeutig das Ziel „Pflichtsieg“ ausgerufen. Doch schon der Blick auf die Aufstellung (Bestbesetzung von 1-8) der Gäste vom Niederrhein verriet… es sollte ein schwieriger und umkämpfter Kampf werden…

In unserer Aufstellung gab es 2 Veränderungen. Die bisherige Stammbesetzung Martin, Jörg, ich (Jasper), Christoph, Luca und Peter wurden komplettiert von Arnd und Joachim. Ein durchaus schlagkräftiges Aufgebot. Doch auch die Gegner, die vorne mit 4 2000ern und hinten mit 4 hohen 1900ern aufliefen, konnten auf dem Papier mehr als nur mitreden. Der Beginn startete dynamisch. Martin bekam einen üblich heterogenen verzögerten Abtausch-Spanier aufs Brett, der Chancen für beide Seiten bereithielt. Jörg nahm mit Weiß früh die Zügel in die Hand und hatte schnell nicht nur großen Zeitvorteil, sondern auch eine angenehme zentrale Stellung. Mein Gegner wurde durch c4-Zugfolge (c4 b6) in eine für ihn scheinbar unliebsame Eröffnung getrickst. Schon der 7.Zug im durchaus interessanten Lg5-System war ungenau und da ich mich in der Theorie befand, war seine Stellung schnell nicht nur unangenehm. Auch auf der Uhr war er schnell signifikant in Rückstand. Christoph wurde mit frühem g5 (erstaunliche Ähnlichkeit zu meiner Partie) in der Eröffnung überrascht, verlor aber infolge nicht die Nerven und stand etwas besser. Luca bekam ein interessantes 1.b4 vorgesetzt, aber er war etwas vorbereitet. Sein „reversed London“ Aufbau dagegen war harmonisch und äußerst solide. Ob es mehr als das war, wusste ich nicht. Peter wurde zunächst durch eine eher seltene Variante in der Französischen Verteidigung (mit 3…Sc6) etwas aus dem Konzept gebracht. Auch er behielt aber den Überblick. Große Probleme erkannte ich auch dort nicht. Arnd versuchte sich mit einer von mir empfohlenen trickreichen Zugfolge gegen 1.c4 (1…Sc6!?). Doch da der Gegner schon früh der Vorbereitung auswich, verzettelte sich Arnd mit der Zugfolge und stand zunächst unangenehm. Joachim spielte seinen heißgeliebten Königsindischen Angriff mit Weiß. Auch hier war kein Trend zu verzeichnen…

Auf einmal ging es Schlag auf Schlag. Mein Gegner verlor aufgrund der unangenehmen Stellung und dem zeitlichen Nachteil komplett den Faden. Es brach nicht nur sein Zentrum auseinander, ich hatte auch noch Königsangriff und Mehrmaterial. Aufgabe im 19.Zug (siehe PGN unten). Die frühe Führung zum 1-0. Kurz darauf ließ Arnd in Zeitnot in mittlerweile unklarer Stellung eine Figur stehen zum schnellen 1-1. Währenddessen beendete Peter seinen Negativlauf der letzten Monate und remisierte in ausgeglichener Stellung. Auch Christoph steuerte nach Angebot des Gegners wie gewohnt einen halben Punkt bei. 2-2. Es kam in die entscheidende Phase. Martin, der von einem 17-Jährigen talentierten Jugendlichen herausgefordert wurde, musste Initiative auf der f-Linie und einen starken Läufer gegen einen Springer neutralisieren. Luca war weiter solide, als der Gegner plötzlich eine Figur opferte, um einen starken a-Freibauern zu bilden. Doch der Rauch legte sich, und Luca musste seine Figur bald zurückgeben. Joachims Stellung enthielt Trümpfe auf beiden Seiten. Bei Jörg entstand währenddessen ein starker d-Freibauer in wilder, aber vermutlich guter Stellung. Während es zunächst so aussah, dass Martin dem Druck standhalten könnte, war wenige Momente später die Qualität weg und damit auch die Partie. 2-3. Luca, Joachim und Jörg wussten nun, worauf es ankommt und spielten alle drei auf Gewinn. Joachim unternahm noch ein paar Gewinnversuche, aber es tauschte sich alles ab und im Turmendspiel war nichts mehr zu machen. Auch Luca versuchte es in einem Dame-Springer gegen Dame-Läufer Endspiel mit ein paar gemeinen Ideen. Doch der erfahrene Gegner zeigte sich unbeeindruckt und fand souverän ein Dauerschach mit der Dame. Doppel-Remis. 3-4. Jörg musste gewinnen. In der Zeitnotphase zeigte Jörg nicht nur starke Nerven, sondern äußerst elegante Technik. Er erkannte die Gefahren des gegnerischen Gegenspiels und neutralisierte sie mit einem überzeugenden Springerzug. Zum Schluss gewann der d-Freibauer in Verbund mit durchschlagendem Königsangriff zum 4-4!

Damit erkämpfte sich die Zweite das zweite Unentschieden in Folge. Auch wenn wir für den Klassenerhalt bald Siege einfahren müssen, mit dem heutigen Punktgewinn sind wir zumindest vorerst über dem Strich.

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