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1.U16 des KKS ist Mittelrheinmeister – Ein Saisonrückblick

April, 2022 · By Luca Klemenz

In einer sehr kleinen Mittelrhein-Jugendliga ist die 1.U16-Mannschaft des KKS diese Saison Mittelrheinmeister geworden. In der Liga, die in den Jahren vor Corona immer aus 6-8 Teams bestand, waren in diesem Jahr nur 4 Mannschaften angemeldet: Porz mit zwei Mannschaften, der Godesberger SK und wir. Deshalb wurden 6 Spieltage angesetzt, an denen jede Mannschaft zweimal gegen jede spielte. Während man sich vor Corona durch die Mittelrheinliga außerdem für eine NRW-weite U16-Jugendliga qualifizieren konnte, ging es in dieser Saison um keinerlei Qualifikation. Die U16-NRW-Liga wird dieses Jahr durch eine mehrtägige U16-Mannschaftsmeisterschaft ersetzt, für die wir uns am 7.Mai in einem, wahrscheinlich wieder schrecklich dramatischen und nervenaufreibenden, Schnellschachturnier qualifizieren müssen. Somit ging es in der Liga eigentlich um nichts außer dem Titel „Mittelrheinmeister“, doch diesen wollten wir gerne gewinnen. Für sehr viele von uns war es zudem die letzte U16-Saison: 5 der 6 Stamm-Mitglieder der Mannschaft können nächste Saison nicht mehr mitspielen.

So ging es am 13. November mit unserem ersten Saisonspiel los. Und gleich zu Beginn erwischten wir das wohl schwerste Los: Wir spielten auswärts in Godesberg, die mit 1604 den besten DWZ-Schnitt der Liga haben. Zeno und ich (Johannes) konnten nicht mitspielen, doch wir traten trotzdem in guter Besetzung an (1-Nelson, 2-Mark, 3-Anton, 4-David) und benötigten keinen Ersatz. Bei Godesberg spielten aber nahezu die ersten vier: 1-Michelle Trunz (1812), 2-Moritz Blomer (1656), 3-Tamila Trunz (1497), 4- Anwar Tibi (1197). Die beiden Schwestern Trunz standen schon mehrmals bei den Deutschen Einzelmeisterschaften auf dem Podium. Und in genau dieser Aufstellung erreichten sie als Mannschaft den 3.Platz bei den Deutschen Vereinsmeisterschaften 2021, allerdings noch in der Altersklasse U12! Trotzdem waren wir nominell nicht chancenlos, doch wir erwischten einen schlechten Tag und verloren, Bonni zufolge auch in der Höhe verdient, mit 0:4.

Zwei Wochen später hatten wir schon unser nächstes Match. Wieder spielten wir auswärts, diesmal in Porz gegen deren 2.Mannschaft. Die beiden Porzer Mannschaften waren diese Saison so besetzt, dass beide Mannschaften ungefähr gleich stark waren, sodass auch Porz 2 ein guter Gegner war. Doch wieder kamen wir ohne Ersatz aus und waren somit gut aufgestellt. Weil Porz kurzfristig Aufstellungsprobleme hatte und 3 ihrer Jugendmannschaften gleichzeitig spielten, gewann ich an Brett 2 kampflos. Als David nach kurzer Zeit an Brett 4 gegen den Ersatzspieler Fabian Harke (988) gewann, war der Mannschaftskampf aufgrund der 3:0-Wertung einer kampflosen Partie (verlorene Partien werden mit 1:3, kampflose Partien mit 0:3 gewertet) bereits zu unseren Gunsten entschieden. An Brett 3 verlor Mark mit Schwarz nach zwischenzeitlich guter Stellung gegen Irene Siegel (1374), Zeno spielte in einer langen Partie gegen Joselyne Sinner (1563) am Ende remis. So gewannen wir den Mannschaftskampf mit 2,5:1,5 bzw. mit 9:6, je nach Punktezählung.

Die Hinrunde wurde am 3.Spieltag mit einem Heimspiel gegen Porz 1 beendet. Eigentlich hatte Zeno an Brett 1 spielen wollen, doch er musste gar nicht kommen. Das 1.Brett der Porzer bleib frei. Die drei ersten Bretter der Porzer (Jannis Bolz, Midhulan Aravindan und Alex Marcziter) spielten alle drei nicht mit. So waren Nelson und ich gegen Greta (1259) und Clara Brandt (977) nach DWZ klar favorisiert und konnten unsere Partien auch gewinnen, auch wenn ich in meiner Partie zwischenzeitlich sogar deutlich schlechter stand und meine Gegnerin (zum Glück) einen Bauerngewinn übersehen hat, nach dem sie auf Gewinn gestanden hätte. An Brett 4 spielte Mia, als Ersatz aus der 2.U16-Mannschaft, gegen den guten Porzer Ersatzspieler Philipp Blankenburg (1055). Auch sie konnte gewinnen, sodass das 4:0 für uns feststand. Auch Mias Sieg war sehr wichtig, weil er uns einen später noch wichtigen Brettpunkt bescherte. Somit war der zweite Platz nach der Hinrunde sicher, doch zum Erreichen von Platz 1 mussten wir zwingend das Rückspiel gegen Godesberg gewinnen, denn diese hatten ihre beiden weiteren Spiele mit einem kamplosen 4:0 gegen Porz 1 und einem 3:1 gegen Porz 2 gewonnen.

So kam es am 4.Spieltag zu einem spannenden Aufeinandertreffen: Das Rückspiel gegen Godesberg stand an und wir wollten uns neben den tabellarischen Gründen natürlich auch sehr gerne für die 0:4-Pleite im Hinspiel revanchieren. Bei uns spielten Zeno und ich dieses Mal mit, auch Mark war dabei, dafür fielen Nelson, David und Anton aber aus. So bekamen wir aus der 2.U16-Mannschaft Ersatz durch Friedrich. Godesberg spielte erneut fast in Bestbesetzung, genau wie im Hinspiel, mit Ausnahme des 4.Brettes, wo Clemens Moritz (1106) Anwar Tibi ersetzte. Nach DWZ waren wir somit an allen Brettern Außenseiter. Doch Mark erreichte in der Eröffnung an Brett 3 früh eine angenehme und aktive Stellung, die er in einen gefährlichen und letztlich vernichtenden Königsangriff umwandelte. Nach 23 Zügen setzte er Matt! In meiner Partie ließ mein Gegner einen für ihn ungünstigen Damentausch zu, nach dem er einen sehr inaktiven Springer und einen Doppelbauern besaß. Schließlich konnte ich einen Freibauern bilden, der zum Partiegewinn führte. 2:0 für uns! Und auch an den beiden anderen Brettern sah es gut für uns aus: Friedrich spielte an Brett 4 eine gute und lange Partie, die er schließlich gewinnen konnte. Der Mannschaftskampf war entschieden! Zeno fand sich nach einem etwas fragwürdigen Figurenopfer von Michelle Trunz in einem Endspiel wieder, in dem er eine Figur mehr, aber dafür zwei Bauern weniger hatte und das somit nicht leicht zu gewinnen war. Doch er spielte es sehr souverän und machte unseren 4:0-Sieg perfekt. Das war bei Weitem mehr, als wir erhofft hatten! Wir hatten uns für die 0:4-Niederlage mit einem genauso hohen 4:0 gegen die nahezu gleiche Mannschaft revanchiert und somit die Tabelle wieder spannend gemacht. Nach dem 4.Spieltag trennte Godesberg und uns nur noch ein halber Brettpunkt.

Und diesen holten wir am nächsten Spieltag ebenfalls auf. Im Heimspiel gegen Porz 2 spielten Zeno, ich, Philipp und Mia gegen Joselyne Sinner (1563), Irene Siegel (1374), Sahin Kazimzada (1087) und Zaim Rana (995). Meine Gegnerin wurde in der Eröffnung überrascht, wodurch ich nach 14 Zügen eine Qualität und einen Bauern mehr hatte. Bei Zeno entwickelte sich ein spannender Kampf. Zunächst sah er sich in einer Stellung mit entgegengesetzten Rochaden einem potenziell gefährlichen Königsangriff ausgesetzt. Doch er kreierte Gegenspiel am Damenflügel und hatte nach Schließung des Zentrums schließlich selbst einen Angriff auf den gegnerischen König, durch den er letztendlich eine Figur gewann. In der Zwischenzeit einigten sich Mia und ihr Gegner in einer ausgeglichenen Stellung auf Remis. Meine Gegnerin spielte noch lange weiter, ich kam aber nicht mehr in Gefahr. Nach Materialtausch gab sie schließlich auf. Auch Zeno ließ kein Gegenspiel mehr zu und gewann durch Aufgabe zum 2,5:0,5 für uns und zum 1,5:0,5 für ihn im persönlichen Duell mit Joselyne Sinner. Doch durch die extrem knappe Tabellensituation kam es auf jeden Brettpunkt an. Einen weiteren lieferte Philipp, der die längste Partie spielte und am Ende ebenfalls gewinnen konnte. Weil Godesberg gegen Porz 2 nur mit 2,5:1,5 gewann, zogen wir in der Tabelle an ihnen vorbei und führten vor dem entscheidenden letzten Spieltag mit einem halben Brettpunkt.

Es hätte am letzten Spieltag also richtig spannend werden können im Fernduell um die Meisterschaft. Sowohl Godesberg als auch wir hatten ein Auswärtsspiel in Porz, wodurch wir den Mannschaftskampf von Godesberg sogar parallel zu unserem hätten beobachten können. Aber Godesberg trat nicht an, sondern bat um Verlegung des Mannschaftskampfes, die letztendlich aber nicht zustande kam. Somit verloren sie kampflos mit 0:4. Doch während wir spielten, war dies noch nicht entschieden. Aus der 1.Mannschaft spielten nur Mark und ich mit. Jona und Marc unterstützten uns als Ersatz. Und Marc, der zuvor nur sehr wenige Langschach-Partien gespielt hatte, stand an Brett 4 gegen den recht DWZ-starken Moritz Wegener (1142) schnell gut und trug den ersten Punkt für uns bei. Jona spielte gegen Clara Brandt (977), die im Hinspiel wie oben erwähnt gegen mich bereits gut gespielt und Siegchancen gehabt hatte, voll auf Angriff, verlor dabei aber zu viel Material und musste schließlich die Waffen strecken. In meiner Partie gegen Alex Marcziter (1582) stand er nach 18 Zügen vor der Wahl, ob er mir sehr aktives Spiel erlauben oder einen Bauern opfern wollte. Er entschied sich für das Bauernopfer, doch ich hatte zwei verschiedene Bauerngewinne zur Auswahl und entschied mich schließlich leider für den deutlich schlechteren, wonach der Bauer schnell zurückgewonnen werden konnte. Doch ich hatte Glück: Nach einer Abwicklung in ein Endspiel mit Turm und Läufer auf beiden Seiten spielte mein Gegner zwei ungenaue Züge, wodurch ich schließlich ein gewonnenes Bauernendspiel erreichte und mein Gegner aufgab. Doch zum Sieg fehlte uns noch ein halber Punkt und ob Mark diesen gegen Greta Brandt (1258) holen konnte, war noch nicht sicher. Denn er hatte einen Bauern weniger und stand etwas inaktiv, doch schließlich konnte er die Stellung halten und nahm ein Remisangebot seiner Gegnerin an. So konnten wir auch unser letztes Saisonspiel gewinnen und können uns nun „Mittelrheinmeister“ nennen.

Zum Schluss vielen Dank an alle, die in unserer Mannschaft mitgespielt haben, besonders auch an die Ersatzspieler aus der 2.Mannschaft, die starke 4,5 von 6 Punkten geholt haben! Und natürlich vielen Dank an unsere Trainer und besonders an Bonni, der wie immer alle Mannschaftskämpfe (Aufstellung, Anfahrt usw.) organisiert hat und jedes Mal dabei war!

Von Johannes Theisen

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